[430] Betr. pflanzen s. anbrennen. — Bomma (od. Bomme[r]) = Schulden kommt außerdem noch vor in der Zus. Bommerkitt = Syn. zu Keifkitt (s. [Anm. 429]). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Schwäb. Händlerspr. 486 (Bommer [in Pfedelb. (212): Bummen] = Schulden; dazu in Pfedelb. [212] noch bummich = schuldig); Pleißlen der Killertaler 434 (Bommer = Schulden). Etymologie: Nach Fischer, Schwäb. W.-B. I, Sp.1286 (unter bzw. zu „Pommer“, Nr. 6 [d. i. schwäb. = „Schulden, spez. Trink- u. Spielschulden“]) gehört der Ausdruck zu dem volkstüml. „Pump“ bzw. „pumpen“, dessen Ursprung bekanntlich in der Gaunersprache zu suchen ist. (S. schon bei A. Hempel 1687 [168]: pompen — borgen, u. so auch noch bei den schwäb. Händlern [in Pfedelb. (209)]; in Körner’s Zus. zur Rotw. Gramm. v. 1755 [241]: die Subst. Pumpes = Schuld, Pumpesmacher od. Pumper = Borger). Vgl. Günther, Rotwelsch, S. 54 vbd. m. Kluge, W.-B. S. 358 u. Weigand, W-B. II, Sp. 491 (unter „pumpen“, Nr. 3).

[431] S. Beutel; vgl. Bankier.

[432] S. Augenbrauen.

[433] S. (zu beiden Ausdr.) arg.

[434] Mit Goi (= Frau, Weib) kommt noch vor die Verbindg. schofle Goi = Kebsweib (also mit engerem Sinne als lenke Goi, während sonst die Adj. lenk u. schofel ja ungefähr gleichbedeutend gebraucht werden; vgl. Näh. unter „arg“). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): W.-B. des Konst. Hans 255 (Tschor-Gaya = Frau, die gestohlene Sachen kauft); Schöll 272 (Gaja = Weib); Pfulld. J.-W.-B. 339, 346 (Gai = Frau, Gaie = Weib, Grängoi = Eheweib); Schwäb. Händlerspr. 481 u. 483 (Goie = Frau, Goi = Mädchen) s. auch noch Pfälz. Händlerspr. 437 (Gôje = Frau). Über weitere Belege im Rotw. u. die Etymologie (fem. zu rotw. Goi = „Mann“ [in Zus.], vom hebr. gôi, pl. gojim, = „Volk, Nichtjude, Heide, Christ“) s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 48, S. 325 ff. vbd. m. 323/24; vgl. auch noch Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 736 (unter „Goi“, Nr. 2).

[435] S. Bauernfrau.

[436] Um was für „böse Sachen“ es sich bei dieser Redensart wohl speziell handelt, dürfte daraus zu entnehmen sein, daß sie auch gleichbedeutend mit „huren“ gebraucht wird, so daß das Wort Falla (Falle) hier vielleicht in der Bedeutg. von „Bett“ zu nehmen ist, die es in volkstüml. Redeweise in manchen Gegenden hat (s. H. Meyer, Richt. Berliner, S. 39 u. Horn, Soldatensprache, S. 9 u. 100). Die rotw. Wendg. Falle machen u. ä. (für „zum [betrüglichen] Spiel verlocken“ [s. A.-L. 538]) wird man dagegen — wegen ihres engeren Begriffs — wohl kaum damit in Zusammenhang bringen dürfen. — Erwähnt sei übrigens noch der Ausdruck Falbais = „Hurenschenke“ bei Castelli 1847 (391), Fröhlich 1851 (397) u. in der Wiener Dirnenspr. 1886 (417).

[437] S. Bauer.

[438] S. Bettelbube.

[439] Gof (plur. Gofa) = böses Kind (Dim. Göfle [Gefle (Spr.)] ist in gleicher Bedeutg. auch der schwäb. Händlerspr. bekannt (483: Gôf = böses Kind, im Plur. [Gôfe] dagegen = Kinder schlechthin). Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 735 bemerkt dazu, daß die Bezeichnung (in Schwaben überhaupt) „nur geringschätzig od. tadelnd als Ausdruck des Unmuts“ gebraucht wird, bes. für ein „unartiges, naseweises, widerwärtiges, krittliges Kind“ („Range“, „Göre“), während er sie der Etymologie nach unerklärt gelassen hat.