[440] S. Bierglas.
[441] S. abbrennen.
[442] Zusammengesetzt hiermit sind a) am Anfang: Gefinkelterglansert = Branntweinpulle (-flasche) u. b) am Ende: Blauhanzegefinkelter = „Zwetschgenwasser“. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 90 ([Finkeljochem od.] gefinkelter Jaiem = Branntwein); W.-B. des Konst. Hans 254, 256 (G’finkelterjole = Branntwein); Pfulld. J.-W.-B. 338 (Gfinkelter = Branntwein); Schwäb. Händlerspr. 486 (G[e]finkelte[r] = Schnaps); s. auch noch Metzer Jenisch 217 (Fünkeler = Schnaps). Zur Etymologie: Wie die älteren Quellen zeigen, lautete der Ausdruck ursprünglich Gefinkelter Jaiem, -jole, d. h. „gebrannter Wein“ (vgl. „Einleitung“, [S. 28]), zu finkeln (fünkeln) u. ä. = „sieden, braten, kochen“ (s. dazu schon oben unter „behext“). Vgl. Günther, Rotwelsch, S. 81; Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 163 (unter „g[e]finkelt“).
[443] Mit Katschete sind im W.-B. keine Zus. gebildet worden, auch fehlt es in dem verw. Quellenkreise und kommt auch sonst im Rotw. nur selten vor (so z. B. bei Pfister 1812 [300: Katschedi, in einer Zusammensetzg.], v. Grolman 33 [Katschedi] u. Karmayer, G.-D. 203 [ebenso]: vgl. auch Miklosich, Beitr., S. 11 u. 22). Über die Etymologie des Wortes aus der Zigeunersprache (vgl. „Einleitung“, [S. 30]) s. Näh. bei Pott II, S. 160 (unter „Chatschjevava“), Liebich, S. 130 u. 186 (chatschérdi), Miklosich, Beitr. III, S. 11 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 218 (unter „chačar“: bei den deutsch. Zig.: chačerdi = Branntwein, Partiz. von chačāva od. chačevava = „brennen, anzünden“), Jühling, S. 220 (Chatschärti = Schnaps) u. Finck, S. 68 (xátšerdi = „Branntwein“).
[444] Soruf erscheint in gleicher Weise in Zus. verwendet wie Gefinkelter (Sorufglansert, Blauhanzesoruf). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 486 (Sorof = Branntwein); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 75 (Soruff od. Soroff = Schnaps); Schwäb. Händlerspr. 486 (Sôruf = Schnaps); ebenso auch in der Pfälz. Händlerspr. 439. Über weitere Belege im Rotw. sowie die Etymologie (vom hebr. fârûf, Part. pass. von fâraf = „brennen“) s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 47, S. 223 u. Anm. 1 u. S. 229 u. Anm. 1; vgl. auch Günther, Rotwelsch, S. 85 u. in d. „Wiss. Beiheften zur Zeitschr. des Allgem. Deutsch. Sprachvereins“, V. Reihe, Heft 36 (1913), S. 184.
[445] S. (betr. Glansert) Bierglas.
[446] S. auskochen.
[447] S. (zu beiden Wörtern) Aas.
[448] a) Schmunk bedeutet soviel wie: Schmalz (Fett, Mark, „Schmer“), in Zus. auch Butter, wofür sonst spezieller dofer Schmunk, d. h. „gutes (od. besseres) Fett (Schmalz)“, gebraucht wird. Die Zusammensetzgn. sind: α) mit Schm. voran (außer Schmunkbolle noch): Schmunklehm = Butterbrot Schmunkschure = Butter-(od. Schmalz-)faß, Schmunkgleis = Buttermilch Schmunkschottel = Fettbüchse, Schmunkhornikel = Mastochse, Schmunkbossert = Speck; β) mit Schm. am Ende: Bogaschmunk = Kuhbutter, Hornikelschmunk = Ochsenfett, auch Unschlitt (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr.), Horbogeschmunk = Rindsfett sowie ebenfalls Unschlitt. Eine Ableitg. ist das Zeitw. schmunken = schmälzen (schmelzen). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 91, 98 (Schmunk = Butter, Schmalz); W.-B. des Konst. Hans 253 (Form: ebenso, Bedtg.: Schmalz), Pfulld. J.-W.-B. 344 (ebenso, dazu: schmunkig = schmutzig); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 74, 75 (Schmunke = Schmalz; Zus.: Schmunkbossert = Speck); Schwäb. Händlerspr. 486 (Schmunk = Schmalz; dazu in Pfedelb. [209, 213]: Rindschmunk = Butter u. Schmunkbossert = Speck); s. auch Pleißlen der Killertaler 436 (Schmoñg = Schmalz) u. Metzer Jenisch 216 (Schmunk = Butter). Über weitere Belege im Rotw. usw. sowie die Etymologie des Wortes (das nach richtiger Ansicht deutsch. Ursprungs ist) s. das Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 47, S. 210 (unter „Schmunk-Buckeler“); vgl. auch Weber-Günther, S. 180. — b) Bolle (-la) bedeutet — ebenso wie die Zus. Schundbolla (s. dazu Näh. schon unter „abgerahmte Milch“) —: Kartoffeln (Erdäpfel). Zwei andere Zus. damit sind noch (nach den Spr.) Bolleblättling = Kartoffelsalat u. Bolleschottel = Kartoffelschüssel. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 93 (Schompollen = „Grundbieren“ (d. h. Grundbirnen, schwäb. = Kartoffeln); Pfulld. J.-W.-B. 341 (Bolle = Kartoffeln); Schwäb. Händlerspr. 482 (Bolle od. Schunbolle = Kartoffeln). Zur Etymologie s. bes. Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1274 (unter „Bolle“, Nr. 5, bes. lit. b), wonach Bolle im allgem. einen „runden Körper, Klumpen, Kugel“, weiter eine „rundliche (knorpelige) Frucht“ u. bes. die Kartoffel bedeutet; vgl. dazu auch Groß’ Archiv, Bd. 46, S. 298 (betr. Bolle = a) Zwiebel, b) Taschenuhr) sowie bes. über die Form Schundbolle u. ä. A.-L. 605 u. Groß’ Archiv, Bd. 59, S. 263, 265, 283. Über die Verwandschaft von Bolle mit d. mhd. Zeitw. boln (ahd. bolôn) = „rollen, wälzen, werfen, schleudern“ u. dgl. s. Kluge, W.-B., S. 64 u. Weigand, W.-B. I, Sp. 265; vgl. auch schon oben (unter „abfallen“) betr. das jenische Zeitw. bohlen.
[449] S. angenehm.