[520] Grif(f)leng (-ling) = Hand (Faust, auch Finger und spezieller Daumen) findet sich auch in der Wendung Grif(f)leng steken = die Hände geben sowie in folgenden Zusammenstzgn.: a) im Anfang: Grif(f)lingobermann = Fingerhut, Gri(f)lengschenagel = Handarbeit, Grif(f)lingtrittling = Handschuh; b) am Ende: Trittgrif(f)leng (eigtl. „Fußfinger“) = Zehe (s. d. betr. Übereinstimmung mit d. Zigeun.), Linzgrif(f)ling = Zeigefinger. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 93 (hier Griffling = Handschuh, während die Hand durch Feme wiedergegeben ist); Pfulld. J.-W.-B. 340 (Grifling = Hand); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 70 (Griffling); Schwäb. Händlerspr. 481 (Griffling = Hand, Finger). Das Pleißlen der Killertaler 435 kennt Greiferle = Hand. S. weiteres, bes. auch zur Etymologie des Wortes (das natürlich zu unserm „Griff“ bezw. „greifen“ gehört), noch in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 50 (unter „Greifer“); vgl. auch Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 834.

[521] Schiebes (davon, fort, weg) kommt in Wittichs W.-B. nur vor in den Wendungen schiebes bosten, pfichen od. schef(f)ten = davongehen (fortgehen); vgl. auch: sich entfernen, entrinnen, entspringen, entweichen, fliehen, weggehen) sowie schiebes bukle = davontragen. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 91 (Schiebes[-]machen = durchgehen od. „echappieren“ [womit im wes. übereinstimmend auch schon d. W.-B. von St. Georgen 1750 (216: Schübes machen, Bdtg. ebenso)]; W.-B. des Konst. Hans 258 (schiabes malochen = fortgehen [vgl. dazu „Einleitung“, [S. 27], [Anm. 75]]; Schöll 273 (schiebes machen = sich aus dem Staube machen); Pfulld. J.-W.-B. 339, 342 (schibes = fort, los, schibisnaschen = scheiden [s. betr. naschen in Wittichs W.-B. unter „fliehen“]); s. auch Metzer Jenisch 216 (schiebes = fort) u. Eifler Hausiererspr. 491 (bod schiebes = geh fort). Zur Etymologie: Am einfachsten ist das Wort schiebes doch wohl (mit Stumme, S. 20) von unserm deutsch. Zeitw. „schieben“ (über dessen Gebrauch im Rotw. zu vgl. Groß’ Archiv, Bd. 47, S. 146 ff.) herzuleiten, jedoch könnten immerhin auch hebr. Vokabeln mit von Einfluß gewesen sein; s. darüber Näh. bei Weigand im „Intelligenzblatt für die Provinz Oberhessen“, Jahrg. 1846, Nr. 73, S. 296 (der zu jüd. Schībes gehen = zu Grunde, verloren gehen das hebr. schêbet = „Ruhe, Aufhören“ herangezogen); vgl. auch A.-L. 599 unter „schieben“ u. Weber-Günther, S. 192.

[522] S. abgehen.

[523] S. unter „daher“ a. E.

[524] S. (betr. bukle) abtragen.

[525] S. abbiegen.

[526] Latt = Degen, Säbel (Hirschfänger) kommt auch vor in der Zus. Lattenkarle = Gendarm (s. darüber Näh. unter diesem Worte) u. Lattenpflanzer = Waffenschmied. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Schwäb. Händlerspr. 486 (Latt = Seitengewehr); s. auch noch Hennese Flick von Breyell 450 (Lott = Degen). Auch in der Soldatensprache ist Latt in gleichem Sinne bekannt (s. Horn, Soldatenspr. S. 68), doch bedeutet es bei den bayrischen Soldaten auch das Gewehr, und ebenso auch wohl bei den Gaunern (s. Pollak 221; Ostwald 93) u. Kunden (arg.: August mit der Latte = Landjäger, Gendarm [Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 72 u. Ostwald (Ku.) 15]), was eigentlich auch natürlicher erscheint, da man doch den Ausdr. etymologisch wohl zu unserm Hauptw. Latte stellen darf (vgl. dazu noch Groß’ Archiv, Bd. 51, S. 140 u. Fischer Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1015 unter „Latt[e]“, Nr. 2).

[527] S. angenehm u. Apfelkern. Eine etwas abweichende Umschreibung für „Diamant“ kennt die Zigeunersprache, nämlich dikkapáskĕro parr, d. h. „durchsichtiger Stein“ (Liebich, S. 132, 189); vgl. „Vorbemerkung“ [S. 19], [Anm. 48].

[528] S. Adler.

[529] S. (betr. Rande) Bauch.