[550] Die dritte Form (Mochum [Dim. Mochumle (Spr.)]) soll nach der „Einltg.“, [S. 27] — gleich den früheren, jetzt veralteten Mokem u. Mogumle — auch „Stadt“ bedeuten (wie auch fast allgem. im Rotwelsch), während im W.-B. für „Stadt“ nur Steinhäufle angeführt ist (vgl. „Einltg.“, [S. 25], [Anm. 61]). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.); Dolm. der Gaunerspr. 99 (Mokum = Stadt); W.-B. des Konst. Hans 251, 257 (Mokem = Stadt, Dimin.: Mogumle = Städtchen); Schöll 271 (Mokum = Stadt, Ortschaft); Pfulld. J.-W.-B. 339, 345 (Mochum = Stadt, Dorf); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 75 (Form.: ebens., Bedtg. Stadt); Schwäb. Händlerspr. 480 (Form: ebens. Bedtg.: Dorf [in Degg. (215) = Stadt]). Über weitere Belege im Rotw. sowie die Etymologie (v. hebr. mâqôm = „Ort“) s. Groß’ Archiv, Bd. 47, S. 213 u. Anm. 2 u. S. 214; vgl. auch Weber-Günther, S. 159 u. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1720/21 (unter „Mochum“).
[551] Die Vokabel ist im obigen Sinne sonst nirgends bekannt; herangezogen werden könnten ja allenfalls (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 99 (Hegis = Spital, Bettelhaus), Pfulld. J.-W.-B. 337 (Heges = Armenhaus) u. Schwäb. Händlerspr. 482 (Hêges = kleines Haus), wenn man nämlich eine Bedeutungsveränderung von „kleines Haus“ (Bettel- oder Armenhaus usw.) zu „kleines Dorf“ für möglich hält. Auch für Hegis (-es) usw. in jenem Sinne, das auch z. B. schon im Lib. Vagat, 54 (Hegiß = Spital) vorkommt, ist die Etymologie übrigens zweifelhaft; A.-L.s Hypothesen (548 unter „Heckdisch“) erscheinen zu gesucht. Dagegen könnte das jüd. hekdisch = „Siechenhaus, Bettlerherberge“, vom neuhebr. hekdêsch = „was dem Heiligtum geweiht ist“, „Geheiligtes“ (zu hâkdasch = „abgesondert sein“) als Quelle herangezogen werden (nach Dr. A. Landau). Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1351 (unter „Hegis“) hat keine Erklärung gegeben. — Vielleicht könnte Heges = Dörflein auch einfach aus unserm deutsch. Hege (= „Umhegung, Umzäunung“ [vgl. Weigand, W.-B. I, Sp. 831]) weiter gebildet worden sein.
[552] S. abbiegen.
[553] S. Baumholz.
[554] Stupfle = Dorn, Stachel ist in dem verw. Quellenkr. zwar nicht bekannt, dagegen findet sich hier das Zeitw. stupfen = stechen, zu dem das Hauptw. als Ableitg. gehört; vgl. Pfulld. J.-W.-B. 337, 342, 344 (ausstupfen = ausstechen; stupfeln = nähen, Stupfler = Schneider [schon im W.-B. des Konst. Hans dafür: Stupfer]); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 69 u. 75 (stupfen = stechen, erstechen); Schwäb. Händlerspr. (in Pfedelb. [209, 213]: ebenso, sonst [486] dafür: dupfen [worüber Näh. in Wittichs W.-B. unter „stechen“]; vgl. 484, 486: Stupfer = Schneider, Stupflerin = Näherin, womit auch zu vgl. Pleißlen der Killertaler 436 [Stupferles-Penk = Schneider, Stupferles-Senn = Näherin, auch Floh, für erstere Bedtg. auch Stupferin, während Stupfer hier „Gabel“ bedeutet]). Zur Etymologie: das Stammwort stupfen = stechen (s. oben) gehört der südd., insbes. schwäbisch. u. bairischen Mundart an. S. Näh. bei Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 79 (unter „Stupfer“) vbd. mir v. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 515, Nr. 3 u. Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 774. Über den auf den gleichen Stamm zurückgehenden jenisch. Ausdr. Stupfel od. Stupfleng = Igel s. noch weiter unten.
[555] S. Abort.
[556] S. abgerahmte Milch.
[557] S. Ärger.
[558] S. angenehm u. Aas.
[559] S. aberwitzig.