[560] Hegelei ist — ebenso wie das Adj. hegelich = unverständig — eine Ableitung von Hegel = Dummkopf (dummer Mensch), Einfaltspinsel, Geck, Narr; dazu die Zusstzgn. Hegelkitt = Irrenhaus u. Hegellauti = närrischer Kerl, Possenreißer (wobei die Bedtg. des -lauti zweifelhaft bleibt). Auch das Metzer Jenisch 216 kennt Hēgel = Dummkopf, wogegen das Wort in den zunächst verw. Quellen in diesem Sinne unbekannt erscheint (s. jedoch Pfulld. J.-W.-B. 389 [Jahrhegel = Förster]). Über das Vorkommen der Vokabel im sonstigen Rotwelsch (in d. Formen Hegel, Heckel, Häckel, Hög[e]l mit den Bedtgn. „Narr, Geck; Lump; Schaf; Bauer“) sowie ihre Etymologie s. die Angaben in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 6, 7 u. dazu noch Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1330 (unter „Hegel“) vbd. mit Sp. 1011 (unter „Häckel“ I, Nr. 2), der Heckel = „roher Mensch“ zu „hacken“ stellt. Vgl. auch Weber-Günther, S. 183 (unter „Häckel“).
[561] S. Abend; vgl. über den Gebrauch des Substantivs als Adjektiv: „Vorbemerkg.“, [S. 15], [Anm. 38] a. E.
[562] S. abbetteln.
[563] S. Amme.
[564] Balo = Schwein, Sau (Eber, Hauer, auch Ferkel) findet sich (in dem verw. Quellenkr.) schon bei Schöll 271, während das Pfulld. J-W.-B. 343, 344 die Form Bale (= Sau, Schwein), die schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 75 aber Male (= Schwein) hat, was wohl nur verdruckt sein dürfte. Über weitere Belege im Rotw. sowie die Etymologie des Wortes (aus der Zigeunerspr. [vgl. „Einleitung“, [S. 29]]) s. d. näh. Angaben in Groß’ Archiv, Bd. 43, S. 32 u. Anm. 3 u. S. 33 u. Anm. 1 (zu „Balebumser“), u. dazu noch Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1419 (unter „Male“) vbd. mit Finck, S. 49 (bálo oder bālo = „Schwein“).
[565] Groanikel od. (häufiger) Groenikel, Syn. zu Balo, findet sich auch in verschied. Zusammensetzgn. (während solche mit Balo nicht gebildet sind) u. zwar: a) am Anfang: Groenikelbenk od. -schure = Sau- od. Schweinehirt, Groenikelstenkert = Sau- od. Schweinestall, Groenikelbossert = Schweinefleisch, Groenikelkemerer = Schweinehändler, Groenikelkafler = Schweinemetzger, Groenikelschwächerle = Schweinezitzen, Groenikelstrauberts = Schweinsborsten; b) am Ende: Flu(h)tegroanikele = Meerschweinchen u. Mameregroanikel = Mutterschwein. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 99 (Kranickel = Schwein); Pfulld. J.-W.-B. 343, 344 (Kronickel = Sau, Schwein); Schwäb. Händlerspr. 486 (Krûnikel, Krônikel [in Pfedelb. (213): Graunickel], auch wohl bloß Nickel = Schwein). Über weitere rotw. Belege sowie die Etymologie (zu mundl. gronen [graunen] u. ä. = „grunzen“ [s. bes. Schmeller, Bayer. W.-B. I, Sp. 1000] u. Ni[c]kel, Abkürzung vom Eigennamen Nikolaus [vgl. oben unter „Bulle“ betr. Hornickel], also eigtl. „Grunznikel“ [wie in Strelitz. Gloss. v. 1747 (214/15)]) s. Groß’ Archiv, Bd. 43, S. 33 u. Anm. 2 (zu „Kronickels-Bumser“); vgl. auch noch Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 849/50 (unter „Gronickel“, mit Anfühg. von bayr. Gronigl = „Murrkopf“ nach Schmeller, a. a .O. 1, Sp. 1772 unter „Nickel“).
[566] S. angenehm.
[567] S. anmutig.
[568] S. Amtmann.
[569] Es liegt hier wohl vor der Fall des Gebrauchs eines Partizips (vergrönt = verheiratet [ehelich], von dem Zeitw. vergrönen od. vergröneren = [ver]heiraten, verehelichen) als Substantiv (s. „Vorbemerkung“, [S. 15], [Anm. 36]); vgl. als Gegensatz: nobis vergrönt = ledig (unverehelicht, unverheiratet) u. daher nobis vergrönter Benges od. Käfferle = lediger Mann, Junggeselle. Eine Ableitg. von vergröne(re)n ist Vergrönerei = Heirat, während Groenerei = Hochzeit (nebst d. Zus. Groenereibikus od. -kahlerei = Hochzeitsschmaus) ein einfaches groenen = heiraten voraussetzt, das aber im W.-B. nicht angeführt ist. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 91, 93, 94 (Grunerej = Hochzeit, Kocheme Grunerej = Diebshochzeit, Grünt’schaj od. -Mos = Ehefrau, Grün-Kaffer = Ehemann); Schöll 271 (Grunerey = Hochzeit); Pfulld. J.-W.-B. 339, 340 (Gränerei = Ehe, Hochzeit, Kränerei = Heirat, Grenzgasch = Ehe, Grängoi = Eheweib); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 68-70 (krönern = heiraten, Krönerin = Ehefrau, Kroner = Ehemann, Krone = Frau); Schwäb. Händlerspr. 482 (krönen od. krö[h]nern = heiraten, dazu [in Pfedelb. (209): Krönerei = Hochzeit, Kröner, Krönerin = Ehemann, -frau, ferner vergrünt [in Pfedelb. (213): verkrönert] = verheiratet). Zur (nicht sicheren) Etymologie des Wortes (das vermutlich mit dem Aufsetzen einer Krone als Hochzeitszeremonie zusammenhängt) s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 56 u. Anm. 1 u. S. 57 u. Anm. 2 (unter „Krönerin“) sowie Bd. 56, S. 69 (unter „Krone“).