Und während die beiden Männer einander forschend und suchend in die Augen sahen, öffnete sie die Tür zum anstoßenden Eßzimmer, wo Hedwig und Felix bereits ungeduldig warteten.
Auf dem großen Tische in Paul Seebecks Hotelzimmer, der mit Zeitungen, Broschüren und Papieren bedeckt war, standen zwei schwere, fünfarmige Leuchter und erhellten die Gesichter der kleinen Versammlung. Erst jetzt waren sie zum ersten Male offiziell versammelt; so hatte es Paul Seebeck gewollt. Mehrere Wochen hatte er ihnen Zeit gelassen, um alles in Ruhe zu überlegen und sich einander kennen zu lernen.
Alle sieben waren da: am Tischende saßen Paul Seebeck, Jakob Silberland und Hauptmann a. D. von Rochow, dann kamen Edgar Allan und Referendar Otto Meyer, zuletzt Nechlidow. Der junge Melchior saß gesenkten Hauptes etwas im Hintergrunde und zuweilen hob sich sein bleiches, abgearbeitetes Gesicht aus dem Dunkel.
Paul Seebeck stand auf, und aller Augen wandten sich ihm zu. Er sagte:
»Ich habe ungefähr dreihundert Anfragen und Anmeldungen erhalten, habe aber Alle gebeten, sich etwas zu gedulden. Wir sind jetzt sieben, und das ist vorläufig genug, um die Sache in Gang zu bringen. Sobald wir die Umrißlinien gezogen haben, mögen die Anderen kommen, um sie auszufüllen oder zu verändern. Nun liegt die Gefahr vor«, fuhr er fort, wobei er den Kopf senkte und sich auf die eingezogene Oberlippe biß, »daß wir sieben auch in Zukunft eine bevorzugte Stellung einnehmen. Das darf natürlich nicht sein. Das wäre eine Oligarchie statt einer Demokratie.«
Nechlidow hob den Kopf und rief:
»Was bis zum heutigen Tage noch jede Demokratie gewesen ist, besonders in der wahnsinnigen Karrikatur des Parlamentarismus.«
Paul Seebeck sah ihm gerade ins Gesicht:
»Tragen Sie das Ihrige dazu bei, Herr Nechlidow, daß unser Staat nicht an dieser Klippe strandet.«