»Weshalb denn nicht? So war’s doch ausgemacht.«
Jetzt hatte Jakob Silberland seine Ruhe wiedergefunden. Er läutete energisch und sagte:
»Wer meldet sich zum Worte?«
Paul Seebeck gab ein leichtes Zeichen mit der Hand und ging auf das Podium. Ruhig und geschäftsmäßig sagte er:
»Ich möchte nur einige Worte zur Klärung der Situation sagen. Es sind als Gegenkandidaten zwei Herren genannt worden, von denen allerdings der eine die Absicht zu haben scheint, eine eventuelle Wahl nicht anzunehmen. Bei aller Hochachtung vor den persönlichen Eigenschaften der beiden Herren und der Überzeugung von der absoluten Lauterkeit ihrer Absichten, glaube ich nicht, daß einer von ihnen imstande ist, das verantwortungsvolle Amt eines Vorstehers der Gemeinschaft zu verwalten. Ich glaube nicht, daß die Herren auch nur eine Ahnung von den Schwierigkeiten dieser Stellung haben; ihre Wahl würde nicht einen Fortschritt, sondern den Ruin unserer ganzen jahrelangen Arbeit bedeuten.
Nun kann ich Sie allerdings nicht daran hindern, einen der beiden Herren zu wählen; Sie können mich aber nicht zwingen, dem Gewählten meine Stellung als Reichskommissar zu übergeben. Die werde ich beibehalten und werde von den unbeschränkten Vollmachten Gebrauch machen, die sie mir gibt, sobald ich sehe, daß die Dinge eine Wendung nehmen, die ich für unrichtig halte. Wenn Sie aber einen Nachfolger wählen, der wirklich imstande ist, mein Amt zu übernehmen, gehe ich gern.«
Er verbeugte sich leicht und ging zu seinem Platz zurück.
»Bravo!« rief Edgar Allan, und dieser Ruf wurde von einem vielstimmigen »Pfui!« beantwortet. Nechlidow sprang auf und schrie:
»Das ist die Revolution! Jetzt wissen wir, was wir von dem Manne zu erwarten haben.«
Jakob Silberland läutete und läutete, aber erst nach mehreren Minuten gelang es ihm, den Sturm zu übertönen. Ganz heiser sagte er, während der Schweiß ihm in zwei Rinnen die Wangen entlang lief: