Die Nachricht von Felix’ Entdeckungen erweckte naturgemäß großes Interesse in der Stadt. Paul Seebeck schlug ihm vor, er solle im Volkshause einen Vortrag über seine Reise mit Fräulein Erhardt halten; aber dazu ließ sich Felix nicht bereit finden.

»Ich habe die Sache schon so oft erzählt; ich kann sie nicht noch einmal erzählen«, sagte er.

Dabei hatte er sie mit allen Einzelheiten – doch nicht denen rein persönlicher Natur – und allen seinen Gedanken, die sich an das Geschehene knüpften, nur einem Einzigen ordentlich erzählt, und das war Edgar Allan. Und wenige Tage darauf – der Architekt hatte nur einige dringende Arbeiten fertig gemacht – ritten er und Felix, trotz des feinen, aber ständigen Regens, der die Regenzeit einleitete, zum Vulkane.

Als sie nach einigen Tagen zurückgekehrt waren, bewahrten sie absolutes Stillschweigen über die Resultate ihrer genauen Untersuchungen. Aber die beiden, der Mann und der Knabe, saßen täglich stundenlang zusammen.

Erst nach zwei Wochen waren sie so weit, daß sie die Vorsteher ins Vertrauen zogen, und gleichzeitig erschien eine kleine Notiz in der »Inselzeitung« des Inhalts, daß sich die Schwefellager als abbauwert erwiesen hätten.

In der nächsten Monatsversammlung der Gemeinschaft legte dann Jakob Silberland die von Edgar Allan und Felix ausgearbeiteten und von der Vorsteherschaft gutgeheißenen Pläne vor. Es handelte sich um nichts weniger, als die Errichtung einer zweiten Stadt dort auf halber Höhe des Vulkans; einer Stadt, die sich gleicherweise um das Schwefelgebiet wie den See gruppieren sollte. Die Schwefelminen sollten abgebaut, die Quellen aber zu Heilzwecken verwendet werden. Am Seeufer sollten die Wohnhäuser liegen. Otto Meyer verteilte Vervielfältigungen von Edgar Allans Skizze, aus denen in großen Zügen die geplante Verbindung von Minenstadt und Bade- und Luftkurort zu ersehen war.

Die Kredite, die zur Durchführung notwendig waren, waren nicht groß; Edgar Allan verlangte nur die Anlage einer für Lastautomobile fahrbaren Straße zum Vulkane und die Anschaffung der wenigen Maschinen, die zur Hebung des fast an der Oberfläche liegenden Schwefels dienen sollten. Die späteren Anlagen sollten aus der Hälfte der Erträgnisse der Schwefelminen bestritten werden, wobei die andere Hälfte der Gemeinschaft zufallen sollte. Und diese Kredite wurden natürlich ohne Widerspruch bewilligt.

Darauf bat Jakob Silberland um Urlaub aus seinem Amte bis zur nächsten Jahresversammlung, wo er sich über die endgiltige Niederlage seines Mandats entscheiden würde. Vorläufig wollte er die geschäftliche Leitung des neuen Unternehmens übernehmen. Der erbetene Urlaub wurde ihm gewährt, und als sein Stellvertreter wurde der durch Zuruf vorgeschlagene Herr de la Rouvière gewählt, der die Wahl mit einigen Dankesworten annahm.