»Ach wissen Sie was, Herr von Rochow«, unterbrach ihn Paul Seebeck müde, »es mußte einmal so kommen. Ob Nechlidow oder ein anderer nun den entscheidenden Schritt tat. Aber bei Gott«, rief er aufstehend, »ich lasse mir mein Werk nicht zerstören. Und was würde es helfen, daß die Leute einen von unseren Leuten zum Kommissar machen; sie werden schon dafür sorgen, daß es ein richtiger Eunuche ist, der ihren Willen tut. Was eine unfähige Verwaltung aus lebenskräftigen Kolonien machen kann, sieht man ja deutlich genug aus unseren afrikanischen Kolonien.«
»Besonders, wenn man an die englischen Nachbarkolonien denkt«, sagte Jakob Silberland.
»Gehen wir doch zu England«, sagte Otto Meyer gemütlich; »die werden uns schon in Frieden lassen; die Engländer wissen, daß die Kolonieen von Männern gemacht werden und nicht von Korpsstudenten.«
Seebeck sah ihn starr an.
»Bitte«, sagte er.
»Ich meine«, sagte Otto Meyer, »wir haben keinen Grund, das positive Resultat unserer Arbeit zerstören zu lassen, bloß weil einige Geheimräte im Kolonialamt Bauchschmerzen haben. Wenn die Deutschen eine anständige Kolonie nicht haben können, erklären wir uns für autonom und lassen uns dann von England annektieren. Sowas läßt sich doch machen, deswegen braucht man doch nicht gleich tragisch zu werden.«
»Das wäre Revolution«, sagte Hauptmann a. D. von Rochow ernst.
Paul Seebeck dachte nach; dann fuhr er heftig auf:
»Ist das unsere Schuld? Was gehen wir das Reich an? Wir haben den Leuten nicht einen Pfennig gekostet; alles haben wir allein gemacht, mit unserer Arbeit, unserem Gelde. Jetzt wo die Sache nahezu vollendet ist, wollen sie es nicht etwa übernehmen, um es in unserem Sinne fortzuführen, sondern sie wollen es zerstören. Ich bitte Sie, stellen Sie sich doch hier einen Berliner Gouverneur vor! Oder noch schlimmer, einen hiesigen Idioten, der die Puppe der Herren da oben ist! Aber das erlaube ich nie! Vorläufig bin ich hier.«
»Also, erwäge doch meinen Vorschlag. Ich glaube, das ist der einzige Ausweg.«