»Wo bekommen wir aber das Geld her?« fragte Jakob Silberland. »Es handelt sich doch jedenfalls um Hunderttausende.«
»Wir müssen es uns natürlich ganz korrekt bewilligen lassen«, erklärte Otto Meyer, »sonst wird die Sache zu deutlich. Wir sagen einfach, daß bei der dauernden Spannung zwischen England und Deutschland die Befestigung unvermeidlich ist. Und da wir ja leider Spione im Lande haben, können wir sagen, daß die Bewahrung militärischer Geheimnisse in einem kleinen Kreise – hier also in der Vorsteherschaft – eine absolute Notwendigkeit ist. Übrigens wäre es am besten, in aller Heimlichkeit so viel zu bauen, wie nur irgend geht und sich die Kredite nachträglich bewilligen zu lassen. Denn wenn man draußen erfährt, daß wir befestigten, wird das Kriegsschiff mit Windeseile angerannt kommen.«
Paul Seebeck war ans Fenster getreten und blickte hinaus:
»Schade, schade, daß es so kommen mußte.« sagte er.
»Was brauchen wir eigentlich,« wandte sich Otto Meyer an Herrn von Rochow, »eine Strandbatterie und –«
Hauptmann a. D. von Rochow schüttelte den Kopf:
»Eine Strandbatterie hat gar keinen Sinn; die schießt ein Kriegsschiff in einer Viertelstunde zusammen. Nein, ein schweres Festungsgeschütz und einige Maschinengewehre hier oben für alle Eventualitäten genügen. Das Hauptgewicht müssen wir auf die Seeminen legen. Die natürlich mit elektrischer Zündung von hier oben aus.«
»Ist das nun alles eine Kette von Zufällen oder war es eine Notwendigkeit? Mußte es so kommen?« sagte Seebeck, noch immer am Fenster stehend und hinausblickend.
»Zerbrich dir darüber nicht den Kopf«, sagte Otto Meyer und klopfte ihm auf die Schulter, »die Probleme sind dem tüchtigen Melchior reserviert. Wir können ja handeln, brauchen also nicht nachzudenken.«
»Bravo!« rief Edgar Allan.