Falls das Gefäß gemalt ist, wird es mit Harz, „taraviruti“, das von einer Mimosoidee gesammelt ist, und mit Harz von palo santo (s. [S. 93]) gefirnißt. Das erstere gibt einen gelblichen Glanz, das letztere sieht wie grünschwarze Glasur aus.
Fertigt man einen Topf an, so tauft man ihn, bevor er erkaltet ist, damit das Wasser in demselben schnell kocht.
In Maringays Dorf malte man einzelne Gefäße mit einer Mischung von Uruku oder einer anderen Farbe und einem Pflanzenfett. Wie dies letztere bereitet wird, habe ich nicht sehen können.
Die Chiriguano- und Chanéfrauen sind geschickte Weberinnen. Das Material für die indianischen Gewebe ist in der Regel Baumwolle und manchmal auch Schafwolle.
Da durch die Weißen große Massen Zeug eingeführt werden, verschwinden die einheimischen Gewebe immer mehr. So sah ich bei den Chanés im Itiyurotal keine Webstühle und einheimische Gewebe waren sehr selten.
In der Regel sind alle Gewebe dieser Indianer ohne Ornamente oder diese sind sehr einfach. Die Mädchen in den Missionen lernen von den Mönchen allerlei Blumen, wie Rosen, Veilchen usw. sticken. Dies machen sie ausgezeichnet. Merkwürdigerweise hören die Indianerinnen nach dem Verlassen der Nähschule auf, diese Ornamente anzuwenden. Es wäre richtiger, wenn die Missionare die Indianerkinder Ornamente lehrten, die sich deren Phantasieleben anschließen. Die Resultate ihrer Arbeit würden dann ganz andere sein.
Einige Chanéfrauen haben vor ein paar Generationen von einer Quichuafrau Ornamente weben gelernt, die man noch jetzt auf verschiedenen Chanégeweben sieht. Es waren stilisierte Tiere und Menschen. Die Pflanzenornamentik macht wenig Eindruck auf die Indianerinnen. Tier- und Menschenfiguren regen ihre Phantasie an und sie lehren sie ihren Kindern.
Abb. 123. Webstuhl. Chiriguano. Tihuïpa.
Die Chiriguano- und Chanémänner sind tüchtig im Verzieren von Kalebassen ([Abb. 126]), schnitzen hübsche Pfeifen ([Abb. 120]) und verstehen das Ledergerben, was sie wohl von den Weißen gelernt haben.