Von plastischen Darstellungen von Tieren und Menschenfiguren sieht man bei diesen Indianern nicht viel. Die Tongefäße haben manchmal Tierformen. Die Chanéfrauen am Rio Parapiti formten klumpige kleine Puppen aus Wachs für die Kinder ([Abb. 105]). Einige der Tongefäße sind mit Tierfiguren bemalt. Ein Gefäß vom Rio Itiyuro, das ich durch Tausch erworben habe, ist mit Baumfiguren geschmückt. Vereinzelt sieht man Tongefäße in Form von Früchten.

Menschen und Tiere darstellende Zeichnungen habe ich an den Wänden in einigen Chanéhütten und an einigen Chiriguanokalebassen aus dem Caipipendital gesehen.

Abb. 124. Sieb. Rio Parapiti. ⅛.

Abb. 125. Korb. Chiriguano. Caipipendi. ⅙.

Von Korbarbeiten sind die Siebe bei den Weißen so beliebt, daß sie durch den Handel weit über das Chiriguano- und Chanégebiet hinaus verbreitet werden. Im übrigen arbeiten die Chanés und Chiriguanos wenig Körbe. Massen von Korbarbeiten finden wir bei den Indianern erst, wo die paarblättrigen Palmen beginnen, und das ist bei Santa Cruz de la Sierra.

Wenn wir eine Sammlung von den Chiriguanos und Chanés anlegen, dürfen wir nicht vergessen, daß sie durch den Handel zwischen den Stämmen viele Sachen von den Matacos, Tobas, Chorotis und Tapietes erhalten haben, sonst bekommen wir eine unrichtige Vorstellung von dem großen Unterschied zwischen der materiellen Kultur der hier genannten Chacostämme und der Chiriguanos und Chanés.

Wenn wir die materielle Kultur der Chorotis und Chanés mit der hier ebenfalls beschriebenen der Chorotis und Ashluslays vergleichen, müssen wir u. a. an folgendes denken. Die Chiriguanos und Chanés machen Korbarbeiten — die Chorotis und Ashluslays niemals. Die ersteren verstehen es, die Tongefäße vor dem Brennen zu bemalen, was den letzteren unbekannt ist. Die Chiriguanos und Chanés arbeiten niemals Taschen aus Caraguatá usw. Vergleichen wir im übrigen sämtliche Arbeitserzeugnisse der Chanés und Chiriguanos mit denen der Chorotis und Ashluslays, so finden wir, daß die allermeisten vollständig verschieden sind. Die Herstellung gewisser Sachen, wie der Serére- ([Abb. 120]) und Huiramimbipfeifen ([Abb. 36] und [80]) haben die Chacoindianer wahrscheinlich von den Chiriguanos gelernt, dies ist aber verhältnismäßig unbedeutend.