Erzählt vom Chanéhäuptling Bóyra.
Es waren einmal in alten Zeiten drei arme Männer, die keine Verwandten hatten. Sie waren sehr hungrig. Zwei von ihnen gingen, um etwas zum Essen zu suchen. Erst kamen sie in einen großen Wald, durch den ein Pfad ging. Nach drei Tagen kamen sie auf eine große Ebene. Mitten in der Ebene war ein Haus. Sie gingen um das Haus herum, fanden aber keinen Eingang. Schließlich kam aber eine Frau heraus, es war Chiquéritunpas Schwester. Sie bat sie, hineinzukommen. „Wir sind schmutzig“, sagten sie und wollten nicht hineingehen. Sie brachte dem einen Maisbier. Er trank vier Kalebaßschalen Maisbier aus. Sie brachte dem anderen Maisbier. Auch er trank vier Kalebaßschalen Maisbier aus. „Geht nun und badet euch,“ sagte sie, „und wascht euch den Kopf.“ Sie gab ihnen die Wurzel der „yúag“.[115]
Als sie gebadet und sich gewaschen hatten, kamen sie wieder. Sie gab ihnen Uruku, um sich zu bemalen. „Geht nun und ruht aus. Nachher sollt ihr Holz holen,“ sagte sie und gab ihnen eine Axt. Sie suchten überall in der Ebene, fanden aber kein Holz. „Habt ihr kein Holz gefunden?“ fragte die Frau.
„Nein“, sagten sie.
„Saht ihr dort keinen alten Mann? Er hat Holz. Gebt ihm einen Hieb mit der Axt“, sagte die Frau.
Sie gingen wieder auf die Ebene, um Holz zu suchen. Dort fanden sie den Alten, sie schämten sich aber, ihm einen Hieb mit der Axt zu geben, und kehrten zur Frau zurück.
„Habt ihr den Alten getroffen?“ sagte sie.
„Ja,“ antworteten sie, „aber wir schämten uns, ihn zu töten.“
„Haut den Alten, er ist Holz!“ sagte die Frau.
Sie gingen wieder auf die Ebene und fanden ihn. Sie gaben ihm einen Axthieb, und er verwandelte sich in Holz, das sie zur Stube trugen. Die Frau kochte. Dann spann sie Fäden.