Allmählich vergessen sie wohl ihre Sagen von Tatutunpa und Aguaratunpa und den anderen Göttern.
Die Nachkommen Maringays, Vocapoys und der anderen werden dann vielleicht studieren, was über ihre Vorväter in diesem Buche geschrieben ist, das in einem Lande gedruckt ist, wo der Mais nicht reift und die Palmen nur unter Glas wachsen. Sie werden vielleicht nach Norden fliegen, um die Schmucksachen zu sehen, mit denen die Alten bekleidet waren, und die schöngemalten Trinkgefäße, in welchen ihre Stammütter das Maisbier zu den Festen gereicht haben.
[127] Tatahuasurenda = wo das große Feuer ist. Guaraniwort, von den Missionaren erfunden.
[128] Ist unter dem Titel „Indianer och hvita i nordöstra Bolivia“, Stockholm 1911, auf Schwedisch erschienen.
Neunzehntes Kapitel.
Die Tapieteindianer.
Zu diesen Indianern.
Hier habe ich zwei verschiedene indianische Kulturen geschildert, teils eine, die wir bei den noch ursprünglichen Chorotis und Ashluslays kennen gelernt haben, teils eine, die wir am Fuße der Anden bei den halbzivilisierten Chanés und Chiriguanos angetroffen haben. Die Indianer, über die ich hier berichten will, sind dadurch bemerkenswert, daß sie die materielle Kultur der ersteren und die Sprache der letzteren (Guarani) haben.
Ende Juli 1908 verweilte ich über eine Woche bei dem Tapietehäuptling Yaré am Rio Pilcomayo, und im August desselben Jahres besuchte ich ihre wilden, unzuverlässigen Stammfreunde am Rio Parapiti, welche dort Yanayguas genannt werden.
Dieser letztere Besuch war recht abenteuerlich.
Mit Isiporenda am Rio Parapiti als Ausgangspunkt, hatte ich mit einem Chiriguanoindianer als Dolmetscher ein kleines Yanayguadorf besucht, aus dem die Indianer zu kommen pflegten, um bei den Chanés und manchmal auch bei den Weißen Arbeit zu suchen. Dort hörte ich von einem großen Yanayguadorf, das verborgen im Walde liegen sollte. Ein Yanaygua wurde zu diesen Indianern mit einer Einladung geschickt, mich zu besuchen. Am folgenden Tage kam er mit der Antwort. Sie lautete: „Haben die weißen Männer uns etwas zu sagen, so mögen sie zu uns kommen.“ Sie selbst wollten nicht zu dem weißen Mann kommen, der sie möglicherweise fangen und nach den Gummigegenden verkaufen wollte.