Was für Feuerstätten sie in den Hütten haben, weiß ich nicht. Eine der Tsirakuafrauen, der ich ein Stück Fleisch schenkte, grub in meiner Gegenwart einen den hier ([Abb. 16]) von den Ashluslays wiedergegebenen vollständig gleichen Ofen. Mit ihrer Grabekeule machte sie, auf dem Boden sitzend, eine Grube. Zu dieser grub sie einen schrägen Gang. Sie legte dann Holz in die Grube, das mit einem von einer anderen Feuerstätte geholten Feuerbrand angezündet wurde. Auf dem Magen liegend, blies sie aus allen Kräften durch ein Bambusrohr in den Gang, damit das Holz brenne. Hierauf hieb sie mit ihrer (hier also als Axt angewendeten) Grabekeule ein großes Stück Rinde aus einem Flaschenbaum. Als sie in der Grube genügend Glut hatte, legte sie das Fleisch in die Grube und bedeckte dann sowohl die Grube als den Gang mit Rinde und Sand. Sie ließ das Fleisch dann mehrere Stunden rösten. Leider war ich nicht dabei, als es aufgegessen wurde, es war aber sicher wohlschmeckend.
Eine gleiche Art des Fleischröstens ist von den argentinischen Gauchos bekannt. Es ist eine vortreffliche Art.
Als die Frau ihre Nahrung zubereitete, warf sie hier und da Hände voll Sand nach verschiedenen Richtungen, gleichsam um böse Geister oder dergleichen zu verjagen.
Die Tsirakuas leben hauptsächlich von Honig, wilden Früchten, Wurzeln und von der Jagd. Die oben erwähnte Frau sammelte Stämme von Caraguatá, die sie röstete und aß. Die mit den Tsirakuas verwandten Zamucos[130] haben nach Cardus[131] einen äußerst primitiven Feldbau. Die Tsirakuas kennen Mais, Tabak, Uruku und Zapallo.
Die Waffen dieser Indianer sind vor allem Keulen. Außer den langen Grabekeulen haben sie Wurfkeulen von verschiedenen Typen ([Abb. 140]). Als ich der Tsirakuafrau meine von den Yanaygua und Chanés erhaltene Keulensammlung von ihrem Stamm zeigte, erklärte sie mir ihre verschiedene Verwendung und führte, die Grabekeule gegen den Mund gedrückt, einen Kriegstanz auf, wobei sie mit blökender Stimme: „hé ha há, he si sia, he ha há, he si sia“ sang.
Als Signal für Aufpassen wenden die Tsirakuas Pfeifen von eigentümlicher Form an ([Abb. 142]).
Abb. 140. Wurfkeulen. Tsirakua.
Nackt nennen die Weißen die Tsirakuas. Dies ist unrichtig, denn bei diesen Indianern findet man dieselben Kleidungsstücke wie bei den wilden Tapietes. Die Frauen haben ein Stück Zeug um die Beine, die Männer eines, das die Geschlechtsteile bedeckt und um den Leib befestigt ist ([Abb. 141]). Außerdem haben sie große Decken, die in der Form den von den Chorotis, Ashluslays usw. angewendeten ähnlich sind. Alle diese Kleider sind aus Caraguatá, und nicht aus Wolle. Die Kleider sind aus Schnüren geknotet. Sie verstehen auch breite Bänder aus Caraguatá zu weben.
An den Füßen tragen die Tsirakuas viereckige Sandalen aus Tapirhaut ([Abb. 138]) oder Holz. Diese haben vier Löcher für die Schnüre, während die von anderen Indianern angewendeten Sandalen nur drei haben.