Abb. 142. Pfeife aus Holz. ½. Tsirakua.

Einen solchen Bericht hat man allen Anlaß, wenigstens was die Zwerge betrifft, für unwahr zu halten. Die Erdhöhlen können Brunnen sein, wie sie die Ashluslays und Lenguas graben.

Sehr eigentümlich ist es gleichwohl, daß Hawtrey[133] von den am Rio Paraguay wohnenden Lenguaindianern dieselbe Angabe über Zwerge erhalten hat. Zwei auf beiden Seiten des großen unbekannten Gebietes im nördlichen Chaco wohnende Stämme haben also dieselbe Erzählung. Möglicherweise ist es nur eine gemeinschaftliche Sage. Die Zukunft wird es zeigen.

Im Innern des Chaco nahe der Saline de San José hat man, wie erzählt wird, moderne Indianergräber getroffen, die alle mit hölzernen Kreuzen geschmückt waren. Ob dies wahr ist, weiß ich nicht. Unmöglich ist es nicht, denn viele der dort wohnenden Indianer stammen sicher von Indianern, die Christen gewesen sind. Unter den Zamucos, die, wie gesagt, den Tsirakuas nahe stehen, haben die Jesuiten Missionen gehabt.

Vielleicht ist es nicht ein reiner Zufall, daß die hier abgebildete Tsirakuafrau die Hände auf Christenweise wie zum Gebet faltet. Etwas Ähnliches habe ich bei den nicht von den Missionaren besuchten Chorotis und Ashluslays niemals gesehen.

[130] Daß die Tsirakuas und die Zamucos eine ähnliche Sprache sprechen, geht aus folgendem Vergleich hervor.

Zamuco Tsirakua
Ohr = yagoroné (dlyócon)goroni
Auge = yedoi (dlyóqui)dodye
Hand = imanaetio  (dlyóco)maná
Sonne = yede géte
Wasser = yod mama
Feuer = pioc pió

Zum weiteren Vergleich teile ich hier auch einige gewöhnliche Tsirakuaworte mit

Mais = géshna
Tabak = sidódu
Zapallo = ógodieú
Caraguatá = gutá
Grabekeule = bahábe
Uruku = tasi
Kalebasse = pitáu
Strauß = bái
Wildschwein = pósnoni
Asche = pútchucuru
Stein = kukáni
Hund = tomóco.

[131] Cardus: Las Misiones Franciscanas entre los infieles de Bolivia. Barcelona 1886.