[132] Vgl. Frič. Globus. Bd. 96 (1909) S. 24. Die unbekannten Stämme des Chaco boreal.
[133] Hawtrey, l. c.
Schlußwort.
Ich habe die Indianer, die ich im Chaco kennen gelernt habe, hier zu schildern gesucht. Wir sind zum Schluß bis an die Grenze des Unbekannten gekommen, dessen Geheimnisse noch niemand erforscht hat. Ein großes Gebiet im Chaco ist den Weißen vollständig unbekannt, ein noch größeres ist noch niemals von einem Forscher besucht worden.
Es ist ein gefährliches Gebiet, nicht so sehr der feindlichen Indianer wegen, die man dort wahrscheinlich antrifft, sondern infolge des Wassermangels. Mit Hilfe der Indianer könnte man dort vorwärts kommen, ohne sie kann man die Wasserstellen nicht finden. Im vorhergehenden habe ich gesagt, daß man im Chaco Reste sehr primitiver Stämme finden muß, denn es ist der natürliche Zufluchtsort für diejenigen, die in den Kämpfen um die Flüsse und um die Gegenden, wo die Forderungen des Magens leicht zu befriedigen sind, besiegt worden sind.
Die hier geschilderten Stämme hätte ich gern viel besser kennen gelernt. Über die religiösen Vorstellungen der Chorotis und Ashluslays wissen wir beinahe nichts. Nur einige der hier mitgeteilten Sagen habe ich in der Originalsprache aufgezeichnet. Auch die Individualpsychologie lockt mich.
Es dürfte dem Leser deshalb nicht wunderbar erscheinen, wenn ich noch einmal am Indianerleben am Rio Pilcomayo teilnehmen möchte, wenn ich noch einmal die alten Sagen am Lagerfeuer möchte erzählen hören, wenn ich in die unbekannten Gegenden des nördlichen Chaco eindringen möchte.
Bevor dies geschehen kann, muß ich jedoch die Ergebnisse meiner letzten Fahrt, die einen viel größeren Teil von Bolivia als den Chaco berührt hat, vollständig veröffentlichen. Nicht zum mindesten wichtig ist, daß meine Funde bei meinen archäologischen Ausgrabungen beschrieben werden.
Vielleicht wären auch meine Urwaldwanderungen und Flußfahrten im nordöstlichen Bolivia weit bis zu der Grenze Brasiliens es wert, einem größeren Publikum als dem, das ethnographische Fachzeitschriften liest, geschildert zu werden.
Im Dezember 1909 verließ ich, von meinem schon beschriebenen zweiten Besuch bei den Chorotis und Ashluslays kommend, Yacuiba.