Im Indianerhause ist der Raum beschränkt, aber es herrscht dort große Eintracht. Niemals hört man jemand schimpfen, niemals versucht der eine, sich auf Kosten des anderen Vorteile zu verschaffen. Schlagen zwei Weiße ein Lager auf, und es ist nur ein guter Liegeplatz da, so zanken sie sich, wer den Platz haben soll. Liegt ein Haufe Indianer in einer engen Hütte, so teilen sie mit Gleichmut den knappen Raum. Sie sind ja alle Brüder und Schwestern. Diese „Wilden“ verstehen, daß man sich selbst in Kleinigkeiten nicht auf Kosten des anderen bereichern darf.
[16] Nach Corrado, S. 539, treiben auch die den Chorotis nahestehenden Matacos die Leibesfrucht durch mechanische Behandlung, Schläge auf den Bauch, ab. El Colegio Franciscano de Tarija. Quaracchi 1884.
[17] Vergl. v. Rosen l. c. Taf. XIII.
Viertes Kapitel.
Unter den Indianern am Rio Pilcomayo (Fortsetzung).
Der Kampf ums Dasein.
Die Lebensbedingungen, unter denen die Indianer am Rio Pilcomayo leben, sind, wenn wir von den Chiriguanos absehen, im großen ganzen für alle dortwohnenden Stämme dieselben. Einige Unterschiede sind indessen vorhanden.
Die Chorotis und Ashluslays leben vom Fischfang, Sammeln wilder Früchte und Honig, Ackerbau sowie von der Jagd und der Viehzucht.
Abb. 7. Algarrobofrüchte kauende Ashluslayfrauen