Eine Fischfahrt mit den Indianern gehört zu den größten Vergnügungen, die man am Rio Pilcomayo zu bieten hat. Sobald die Sonne zu wärmen beginnt, wandern die Indianer, Männer und Knaben, mit ihren Netzen nach dem Flusse. Die Frauen bleiben zu Hause oder suchen wilde Früchte. Die alten Männer tragen in der Regel die Sperrnetze, die jungen die Tauchnetze. Ist man zu dem Flusse, wo man fischen will, gekommen, so werden Mäntel, Schmucksachen und Caraguatátaschen abgelegt. Man fischt nackt oder nur mit einem Ledergürtel bekleidet.

Eine Anzahl Indianer bildet mit ihren Sperrnetzen eine Kette über den Fluß ([Abb. 8]). Die übrigen Indianer treiben die Fische dann nach dieser Kette, während sie selbst mit ihren Tauchnetzen fischen ([Abb. 3]).

Abb. 10.
Spaten.
Ashluslay. u. ⅒.

Bei der Fischerei geht es lebhaft zu, denn das ist keine Arbeit, sondern ein Vergnügen. Dort taucht einer mit dem Netz, um nach einem Augenblick mit einem großen Fisch an die Oberfläche zu kommen; er schlägt ihn mit der Keule tot und bindet ihn dann mit der Holznadel um den Leib fest. Hier sieht man ein paar Füße verschwinden, dort sieht man mehrere, die unter Schreien und Lachen in einer Bucht des Flusses mit stillstehendem Wasser, in welchem die Fische sich sammeln, umeinander tauchen.

Auf diesen Fischfahrten hat man so recht Gelegenheit, zu sehen, wie schön diese Indianer gewachsen sind. Man sieht keinen, der korpulent ist, keinen, der einen übertrieben großen Magen hat. Alle sind wohlgebaut.

Hat der Fischfang müde gemacht, so läßt man sich am Ufer nieder, ruht aus und ißt einen Teil des Fanges auf. Den Rest trägt man zu Frau und Kindern ins Dorf. Fängt man nur wenig Fische, so besitzt man soviel Ehrgefühl, daß man nicht selbst alles aufißt.

Die Chorotis und Ashluslays fischen ohne Kanoes. Sie haben keine Fahrzeuge. Schwimmend und tauchend wie die Ottern verfolgen sie ihre Beute.

Nach dem italienischen Forschungsreisenden Boggiani[20] haben dagegen die den Ashluslays und Chorotis kulturell nahestehenden Lenguas im paraguayischen Chaco viele Kanoes. Gleich den Chorotis und Ashluslays haben weder die Tobas noch die Matacos oder Chiriguanos am oberen Pilcomayo Boote. Mutmaßlich haben aber die Chorotis und Ashluslays früher Kanoes gehabt. Dafür spricht die stark paddelähnliche Form ihrer Spaten ([Abb. 10]). Diese sind vielleicht früher als Paddelblätter wie als Spaten angewendet worden.

Herrscht Mangel an Fischen, so sperren die Indianer den Fluß. Eine solche Sperre ist hier abgebildet ([Abb. 11]). Auf dem Gestell, auf welchem ein alter Choroti mit seinem Netz sitzt, pflegen die Indianer Feuer zu haben, um sich zu wärmen und um Fische zu braten. Damit das Holzgestell nicht brennt, wird es durch Schlamm vom Feuer isoliert.