Die kleinen Kinder rollen oft Reifen aus Weide. Zuweilen habe ich sie mit Stäbchen spielen sehen, die sie auf folgende Weise werfen. Sie stellen sich, jeder mit einem Stäbchen in der Hand, in einer Reihe auf. Einer wirft plötzlich eins seiner Stäbchen. Die anderen suchen dasselbe in demselben Augenblick zu treffen, wo es zur Erde fällt. Selten sieht man das Schwirrholz als Spielzeug. Wie bekannt, verursacht es, wenn es schnell durch die Luft geschwungen wird, einen brummenden Laut.[25]

Ein gewöhnlicher Zeitvertreib für Knaben, Mädchen und Erwachsene ist das Knüpfen von Fadenfiguren, ähnlich denen, wie sie auch die europäischen Kinder zu machen pflegen ([Abb. 25]).

Die Mädchen spielen oft Tanz- und Laufspiele. Ich habe z. B. bei den Ashluslaymädchen gesehen, wie sie sich breitbeinig dicht hintereinander in einer Reihe aufstellen. Die letzte kriecht auf allen Vieren zwischen den Beinen der anderen hindurch. Nach ihr kommt das nächste Mädchen usw. Ein anderes Spiel, das ich ebenfalls bei den Ashluslaymädchen gesehen habe, ist, mit gebogenen Knien hüpfen. Die Mädchen hocken in einem Ring auf der Erde und hüpfen, den Takt eines eintönigen Liedes auf den nackten Schenkeln schlagend, umher.

Gewöhnlich ist das Ballspielen der Knaben. Noch mehr sind die Ballspiele aber ein Vergnügen der Jünglinge und Männer. Ja, es kommt sogar zuweilen vor, daß ein alter Mann, der sich seinen Jugendsinn bewahrt hat, am Spiele teilnimmt. Meistens spielt man mit seinen eigenen Dorfkameraden, bisweilen aber auch mit dem Nachbardorfe, und hier gilt es sowohl Wertsachen als auch die Ehre.

Abb. 25. Fadenfiguren knüpfende Chorotiknaben.

Die Chorotis wie die Ashluslays kennen nur eine Art Ballspiel. Es wird mit Hakenstöcken, ähnlich unseren Hockeystöcken, und gewöhnlich mit Bällen aus Holz gespielt. Man teilt sich in zwei Parteien, die ihr Tor verteidigen. Diese liegen bei größeren Spielen hundert bis zweihundert Meter voneinander. Wer zuerst seinen Ball in das Tor des Gegners hereinbringt, hat gewonnen. Die Alten und die Kinder sind zuweilen Torwächter.

In gewöhnlichen Fällen spielt man Ball um nichts, nur um Vergnügen zu haben. Die jungen Herren, die die eifrigsten Spieler sind, vertreiben auf diese Weise die langen Tage, während sie auf den Tanz und die Liebe am Abend warten.

Preise kommen nur bei den Wettkämpfen zwischen mehreren Dörfern vor. Als ich ein Ballspiel veranstaltete, bestanden die Preise aus Tabak.

Streitereien während der Spiele kommen niemals vor, und gleichwohl schlägt man einander mit den Keulen zuweilen ordentlich auf die Unterschenkel. Niemand wird deshalb böse. Bei den Matacos habe ich gesehen, daß man, um die Schenkel gegen Stockschläge zu schützen, Schienen aus Schilfrohr anwendet.