Abb. 48. A Strumpf aus Caraguatá, angewendet zum Schutz gegen den Biß der Palometafische. Ashluslays. B, C, D Taschen aus Caraguatá. Chorotis.
Die Chorotiindianer haben eine Industrie, in der sie sehr bedeutend sind. Dies ist die Herstellung von Taschen und Hemden aus Blattfasern der Caraguatá. ([Taf. 16.]) Wer in den Trockenwäldern des Chaco gewandert ist, erinnert sich sicher sein Leben lang der Caraguatápflanze, mit ihren krummen Stacheln, erinnert sich, wie schwer es gewesen ist, auf Boden vorwärts zu kommen, der mit dieser so nützlichen und so unangenehmen Pflanze dicht bewachsen war, erinnert sich, wie er sich die Kleider und die eigene Haut zerrissen hat.
Abb. 49. Grabestock. ¹⁄₁₅. Ashluslay.
Abb. 50. Säge aus hartem Holz. ⅓. Ashluslay.
Abb. 51. Scharre aus Muschelschalen. ⅓. Ashluslay.
Die Frauen sammeln die Caraguatáfasern. Wie diese Arbeit bei den Ashluslays ausgeführt wird, will ich hier schildern. Die besten Fasern erhält man von einer kleinen Varietät. Zuerst wird die Pflanze mit einem Grabestock ([Abb. 49]) ausgegraben. Dann werden Stamm und Blätter mit einer Holzsäge ([Abb. 50]) in der Weise abgesägt, daß die Säge zwischen die große Zehe und die nächste Zehe gestellt und der Stamm der Pflanze gegen die Säge gerieben wird. Diese Arbeit wird im Walde vorgenommen. Die Blätter werden dann nach Hause getragen und die Fasern mit einer Muschelschale ([Abb. 51]) oder einem hölzernen Messer ([Abb. 17]) abgeschabt. Nachdem diese Fasern gebündelt und getrocknet sind, werden Fäden gesponnen. Hierbei wird kein anderes Werkzeug als die Hände angewendet. Man dreht die Fäden an den mit Asche eingeriebenen Schenkeln. Die gezwirnten Fäden werden in großen Bündeln gesammelt und dann zu verschiedenen Zwecken angewendet. Ein Teil der Fäden wird mit Tusca heller braun und mit Algarrobillo[44] dunkler braun gefärbt.