Außer aus Caraguatá flechten die Chorotis und Ashluslays Seile aus Menschenhaaren. Das Material liefern ausschließlich die Frauen.
Abb. 52. Webstuhl. Ashluslay.
Die Ashluslay- und auch die Chorotifrauen sind geschickte Weberinnen. Gleichwohl verstehen es nur die ersteren, hübsche Ornamente zu weben ([Abb. 53]).
Das Material, aus welchem die Frauen weben, ist stets Schafwolle. Früher haben sie wahrscheinlich Caraguatá oder Baumwolle benutzt. Die letztere Pflanze wird noch jetzt von den Ashluslays gebaut. Anderenfalls müßte die Webkunst hier erst eingeführt worden sein, nachdem diese Indianer die Schafe von den Weißen erhalten haben.
Die Frauen sind recht geschickte Töpfer. Die Tongefäße werden nach der bei den Indianern gewöhnlichen Methode durch Aufbauen von Tonrollen ([Abb. 54]) hergestellt.
Abb. 53. Von Ashluslays gewebter kleiner Mantel.
Der Ton wird zuerst mit zerstoßenen, gebrannten Tonscherben vermischt, damit die Gefäße beim Brennen nicht bersten. Zum Glätten der Gefäße wird eine Muschelschale, eine Frucht oder ein Holzgerät angewendet ([Abb. 56]). Die Chorotis haben keine bemalten Tongefäße. Solche sieht man dagegen bei den Ashluslays ([Abb. 59]). Die „Farbe“ besteht aus einem grünlichschwarzen Harz von einem „palo santo“ genannten Baum, das gewärmt und auf das Gefäß gestrichen wird, nachdem dasselbe ganz fertig ist. Bekommt ein Tongefäß einen Riß, so verklebt man ihn mit Harz. Es wird dann wieder wasserdicht, kann aber nicht mehr als Kochgefäß dienen. Sehr wahrscheinlich ist die Ausbesserung das Primitiv gewesen, und man ist erst davon auf die Idee gekommen, die Gefäße zu bemalen. Von den Tongefäßen sind die Wasserkrüge ([Abb. 13] u. [58]) außerordentlich charakteristisch für die Chacoindianer. Bei den Ashluslays findet man die eigentümlichste Keramik ([Abb. 59]).
Arbeiten in Fell werden sowohl von Männern als Frauen ausgeführt, die Zubereitung des Fells liegt aber ausschließlich in den Händen der Männer. Das Gerben ist hier unbekannt. Dagegen versteht man es, das Fell durch Kreuz- und Querschnitte auf der Unterseite zu erweichen. Man macht auch das Fell durch Ziehen über einen gespaltenen Stock biegsam.