Tafel 13. Ashluslaymann im Magenpanzer.
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GRÖSSERES BILD
Ich habe einmal einen Handelsreisenden in Eisen gesehen. Es war ein Choroti, der mit allerlei Schrot, Nägeln u. dgl. auf dem Wege nach dem Innern des Ashluslaygebietes begriffen war. Seinem wenig wertvollen Lager nach zu urteilen, muß die Nachfrage nach der Ware eine sehr große sein.
Von sehr großer Bedeutung ist der Handel mit getrockneten Fischen. Die Chorotis wie auch die Matacos, Tobas und Tapietes bringen solche Fische zu den Chanéindianern am Rio Itiyuro und zu den Chiriguanos, und die Chiriguanos bringen wieder Mais zu den Stämmen am Rio Pilcomayo, wo sie ihre Fischeinkäufe machen. Man mißt den Mais in großen Tongefäßen, „Yambuy“, und in Kalebassen. Die Maße sind natürlich ungefähre.
Abb. 72. Ashluslaytänzer zum Besuch bei den Chorotis. Die Mädchen, die rechts sichtbar sind, sind Chorotis.
Meine Tauschwaren wurden durch den Handel der Indianer untereinander weit umher verbreitet. In einem Chorotidorf hatte ich mehrere bunte Hemden in den Tausch gegeben. Als ich einige Tage später den Fluß weiter herunter kam, waren meine grelleuchtenden Hemden das erste, was ich in den Dörfern sah. Sie hatten schon den Eigentümer gewechselt. In den Ashluslaydörfern war es nichts Ungewöhnliches, daß ein Indianer hunderte große Nähnadeln durch Tausch an sich brachte, und höchstwahrscheinlich werden sie von diesen Grossisten in Nähnadeln als Tauschwaren für im Inneren des Chaco wohnende Indianer angewendet.
Ein anderer Handel ist der mit Pferden, Schafen usw. Zuweilen sind diese Pferde gestohlen, und hat ein solches gestohlenes Pferd mehrere Male den Besitzer gewechselt, so haben die Weißen große Schwierigkeit, es zurückzubekommen. Die Indianer verstehen das Unrechte, zu stehlen, aber nicht das, gestohlene Waren zu kaufen.
Dieser Handel zwischen den Stämmen ist natürlich für die Vermittlung von allerlei Kultureinflüssen von großer Bedeutung. Für den Ethnographen ist er sehr zum Ärger, da er den umbildenden Einfluß der Weißen auf Indianer, die in keiner direkten Verbindung mit irgend welchen Fremden gestanden haben, vermittelt.