Abb. 80 a. Pfeife. „Huiramimbi“. Tihuïpa.

b. Zeigt a im Durchschnitt. ⅔.

Abb. 81: Festtracht für Männer. „Tirucumbai“. Chané. Rio Parapiti. ¹⁄₂₂.
b = Öffnung für den Kopf, a = Armlöcher.

Die Chiriguanos wohnten zuerst am unteren Rio Parapiti und wurden von den Chanés von dort vertrieben. Dies ist möglicherweise „offizielle Geschichte“, denn wahrscheinlicher haben wohl die Chiriguanos die Chanés aus den fruchtbaren Tälern des oberen Rio Parapiti gejagt.

Batirayu hat mir alles erzählt, was er über die Geschichte der Chanéindianer am Rio Parapiti wußte. Der letzte große Häuptling war Batirayus Onkel, Aringui. Dieser führte viele Indianer seines Stammes zur Arbeit nach Argentinien. Sein Vorgänger war Yámbáe. Vor ihm hatte Ochoápi die Häuptlingswürde bekleidet. Zu seiner Zeit begannen die Weißen ins Land zu dringen. Dieser Häuptling wird als ein bedeutender Mann geschildert, der die Sitten und Gebräuche der Weißen unter seinen Indianern einzuführen suchte. Bekannt ist Ochoápi wegen seiner umfassenden Reisen und seiner Verfolgung der Zauberer. Er soll in Buenos Aires gewesen sein. Vor ihm hatte Chótchori die Häuptlingswürde. Zu seiner Zeit waren die Weißen noch nicht bis zum unteren Rio Parapiti gekommen. Hier ist die Tradition zu Ende. Die hier erwähnten Häuptlinge waren aus demselben Geschlecht, die Regierung geht aber nicht vom Vater auf den Sohn über.

Von den Chanés am Rio Itiyuro könnte ich ein wenig Geschichte erzählen, will aber nicht durch zu viele Namen ermüden. Auch dort geht die Tradition nicht weit zurück, drei Generationen, das ist alles.

In den Sagen dieser Indianer, von denen ich weiterhin mehrere wiedergegeben habe, erfahren wir nichts über die Geschichte dieser Völker. Keine geschichtlichen Ereignisse scheinen dort zu Sagen umgebildet zu sein. Sie haben ganz andere Motive.