[54] Arundo saccharoides.

[55] Garcilasso de la Vega: The Royal Commentaries of the Incas. Vol. I–II. Hakluyt Society. London 1869 u. 1871.

[56] Dies wird durch Viedma bestätigt: Descripcion geografica y estadistica de la Provincia de Santa Cruz de la Sierra. Coleccion Pedro de Angelis. Buenos Aires 1836. Tom. III. S. 180–181.

Elftes Kapitel.
Vom Lande der Chané- und Chiriguanoindianer.

Alltagsleben in den Chané- und Chiriguanohütten.

In der Regel habe ich mich in den Hütten der Chanés und Chiriguanos sehr wohl gefühlt. Das Leben in diesen Dörfern ist ganz gleichartig. Schildert man ein Dorf, so hat man sie beinahe alle geschildert.

Wie alle übrigen Indianer, die ich südlich von Santa Cruz de la Sierra in Bolivia besucht habe, leben diese Indianer in Dörfern. Einige dieser Dörfer sind recht groß und werden von einigen hundert Personen bewohnt. Oft liegen viele Dörfer nahe aneinander. Die Hütten liegen in der Regel um einen Markt, auf dem zuweilen Flaschenbäume gepflanzt sind, die in der Regenzeit Schutz verleihen. Die Märkte dienen als Spiel- und Versammlungsplätze. Die Hütten sind, im Gegensatz zu den runden Choroti- und Ashluslayhütten, viereckig, und ihre nach dem Dorf zu gerichtete Tür ist am Giebel angebracht. Sie sind aus Rohr oder Holzlatten und mit Dächern aus Gras. Nicht selten sind sie mit Erde verputzt.

Unter dem Einfluß der Weißen verändern aber die Chanés und Chiriguanos allmählich ihre Hütten, und viele Indianer bauen schon mit ihnen identische Hütten.

Keine Hütte hat hier ihre ursprüngliche indianische Form. Die echten Chiriguanohütten (die ursprünglichen Chanéhütten kennt man nicht) waren sehr groß; in demselben Hause wohnten bis zu 100 Personen und das ganze Dorf bestand nur aus einigen großen Hütten.[57] Diese entsprechen offenbar den aus Brasilien bekannten großen Familienhäusern, die ich in Bolivia nur bei den Chacobos, einem Panostamm aus Lago Rojo-Aguado, gesehen habe.

Schon zu Viedmas[58] Zeit, Ende des 18. Jahrhunderts, scheinen sie jedoch den ursprünglichen Haustyp aufgegeben und kleinere Hütten gebaut zu haben.