Tafel 16. Caraguatá. Von den Indianern im Chaco vielseitig angewandte Pflanze.
⇒
GRÖSSERES BILD
Manche Nacht habe ich in diesen Hütten geschlafen. Sie sind in der Regel frei von Ungeziefer, was man nicht von den Wohnstätten aller anderen Indianer und von den Häusern der Weißen sagen kann. Die Lagerstätte besteht entweder aus einem Bett aus einer Art Bambusrohr, oder man liegt auf dem Fußboden auf einer Schilfmatte oder einem Fell. Hängematten sieht man ebenfalls in den Hütten, sie sind aber nicht allgemein. Im tropischen Südamerika hat die Hängematte ihr Heimatland, sie verschwindet aber nach Süden zu und auf den Bergen, denn dort ist es zu kalt, um sie anzuwenden.
Abb. 85. Sitzbank. Chiriguano. Tarairi. ⅕.
Abb. 86. Haken zum Aufhängen der Sachen. Chiriguano. ⅙.
Am Dache der Hütte hängen auf Haken und Gestellen Kleider und Eßwaren, Medizin und anderes. Hier verwahren auch die Männer ihre Pfeile und Bogen, ihre Trommeln u. dgl. In Lianenschlingen pflegen Maiskolben zu hängen.
In einer Chané- oder Chiriguanohütte ist es, besonders des Abends, wenn alle an das schöne, wärmende Feuer kriechen, wenn der Mund geht, die Alten Sagen erzählen, die Mütter ihre Kleinen zu Bett bringen, die jungen Paare abseits sitzen und kosen, sehr gemütlich.
Hier und da sieht man eine in Holz geschnitzte Sitzbank ([Abb. 85]) von einer besonders von den brasilianischen Indianern her bekannten Form.