Abb. 87. Chanéfrau. Rio Parapiti. In dem Tragnetz hat sie einen Wasserkrug.

An den Wänden der Hütte entlang stehen immer eine Menge Tongefäße von allen Dimensionen. Manche davon sind so groß, daß ein Mann hineinkriechen könnte. Dort sind Töpfe, dort sind Röstschalen, dort sind feinbemalte Gefäße, die bei den Festen hervorgeholt werden, und dort ist der Schatztopf, in welchem die Hausfrau alle Kostbarkeiten und Andenken der Familie verwahrt. In ihm liegen, falls das Haus „vermögend“ ist, Kleider, Schmucksachen, Schalen aus Silber und Halsketten aus Türkis und Crysocol und vieles andere.

Sehr früh ist es still in den Dörfern. Es wird nicht, wie in einem Choroti- oder Ashluslaydorf, die ganze Nacht geschwatzt. Die jungen Herren und die unverheirateten jungen Mädchen laufen nicht herum, um beieinander zu liegen. Die sittlichen Chané- und Chiriguanomädchen werden von ihren Müttern bewacht, gehen nicht auf Abenteuer aus und nehmen keine Herrenbesuche an. Es kommen keine Nachtmahlzeiten, wie bei den Chorotis und Ashluslays, vor. Man schläft nämlich in diesen Dörfern des Nachts, d. h. wenn man nicht mit dem Maisbrauen für ein Fest beschäftigt ist.

Abb. 88. Tabakspfeife. Chiriguano. Caipipendi. ½.

Abb. 89. Spatenstiel. Chiriguano. ca. ¹⁄₁₅.

Sehr früh des Morgens wird man in beinahe allen Dörfern durch Klagelieder geweckt. Immer ist dort einer, der einen Angehörigen verloren hat und ihn laut beweint. Ist jemand im Dorfe gestorben, so ist es für einen, der gern lange schläft, unheimlich im Dorfe.

In der allerfrühesten Morgenstunde stehen die Frauen auf, etwas später die Männer, und die Tagesarbeit beginnt. Das erste, was die Frauen tun, ist, daß sie Wasser holen und ein Bad, ein richtig erfrischendes Bad nehmen.