Die Wasserkrüge tragen sie auf verschiedene Weise. Am Rio Itiyuro tragen die Chanéfrauen sie auf der Schulter, am Rio Parapiti in einem Tragnetz ([Abb. 87]). Der letztere Brauch ist auch bei den Chiriguanos am gewöhnlichsten. Auf dem Kopfe tragen nur diejenigen Frauen Krüge, die mit den Weißen leben und ihre Sitten und Gebräuche angenommen haben.
Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern.
Wie bei den Choroti- und Ashluslayindianern, hat in der Regel auch hier, wie wir aus der untenstehenden Tabelle ersehen, jedes Geschlecht seine bestimmte Arbeit.
Tabelle, welche die Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen bei den Chanés und Chiriguanos ausweist.
| Männer | Frauen | |
| Fischfang | + | +[59] |
| Jagd | + | |
| Pflanzen, Roden | + | |
| Säen | + | + |
| Ernten | + | + |
| Kochen | [60] | + |
| Holztragen | + | +[61] |
| Wassertragen | + | |
| Zubereitung berauschender Getränke | + | |
| Sammeln wilder Früchte und Wurzeln | + | |
| Keramik | + | |
| Holzarbeiten | + | |
| Netzstricken | + | |
| Seilflechten | + | |
| Mattenflechten | + | |
| Hängemattenbinden | + | |
| Lederarbeiten | + | |
| Waffenherstellung | + | |
| Verzierung von Kalebassen | + | |
| Hausbau | +[62] | |
| Weben | +[63] | + |
| Fädenspinnen | + | |
| Bandflechten | + | |
| Viehzucht | + | + |
| Nähen | + | + |
| Korbarbeiten | + | |
| Tagewerke für die Weißen | + | +[64] |
Vergleicht man diese Tabelle mit der auf [Seite 94], so findet man, daß das schwere Holztragen und der Hausbau bei den höher stehenden Chanés und Chiriguanos beinahe von den Frauen auf die Männer übergegangen ist. Eigentümlicherweise sind gewisse Industrien, z. B. die Tongefäßherstellung, bei beinahe jedem primitiven Indianerstamm Frauenarbeit. Auf dieselbe Weise werden die Kalebassen überall von den Männern geschmückt, wie sie auch alle Holzarbeiten ausführen. Daß hier auch die Frauen fischen, kommt daher, weil verschiedene dieser Indianer an wasserarmen Flüssen leben, in denen nur kleine Fische leben, bei deren Fang der Mut und die Kraft der Fischer auf keine Probe gestellt wird.
Nahrungszweige.
Der Fischfang und die Jagd spielen für den Chané und Chiriguano keine bedeutende Rolle. Sie sind, wie ich schon vorher erwähnt habe, Ackerbauer, vor allem Maisbauer. Diese Indianer leben so ausschließlich von Mais, daß alle andere Nahrung für sie eine untergeordnete Rolle spielt. Eine Ausnahme machen die am Rio Parapiti wohnenden Indianer, die mehr süße Kartoffeln als Mais bauen, die in ihrem Land eine ausgezeichnete Ernte geben.
Folgende Pflanzen werden von den Chanés und Chiriguanos angebaut:
Süße Kartoffeln.
Mais.
Zapallo (Cucurbita pepo Lin.).
Kalebaßfrüchte.
Bohnen in verschiedenen Variationen.
Baumwolle.
Uruku.
Tabak.
Tuna (z. B. bei Yatavéri). Opuntia.
Hirse.
Mandioca (selten).
Schilfrohr zu Pfeilschäften (am Rio Parapiti).