Der Fischfang wird in den verschiedenen Flüssen ungleich betrieben.

Im Rio Itiyuro fischen beinahe ausschließlich Frauen und Kinder. Dort gibt es auch nur kleine Fische. Ich sah dort drei Fischereimethoden. Angelfischerei, Fischfang mit Kalebasse und Fischerei durch Aufdämmen von Teichen. Die Angelhaken bestehen aus gebogenen Nadeln, die man von den Weißen bekommen hat. Flöße und Senkblei kommen nicht vor.

Der Fischfang mit Kalebasse geschieht folgendermaßen. In den Boden des Flusses werden mehrere Laubbüschel gesteckt, die Schatten geben, und vor jeden von diesen wird eine Kalebasse ([Abb. 90]) mit saurem, gemahlenem Mais (Abfälle vom Bierbrauen) gestellt. Die Fische sammeln sich in den Kalebassen, die von den Frauen von Zeit zu Zeit herausgenommen werden. Diese schleichen sich an die Kalebasse heran, legen schnell die Hand auf die Mündung, heben sie hoch und entleeren dann den Inhalt in Gruben am Flußufer.

Eine andere, in dem erwähnten Flusse oft angewendete Art des Fischens ist das Aufdämmen länglicher Teiche im Sande, in denen die Fische sich sammeln. Die Fische werden nach Entleerung des Wassers aus den Teichen gefangen. Zuweilen läßt man den Teich in einer mit einem Ketscher verschlossenen Rinne enden, aus der die Fische nicht heraus können.

Aller Fischfang, den ich am Rio Itiyuro gesehen habe, geschah während der Trockenzeit an sonnenheißen Tagen.

Abb. 90. Fischfang mit Kalebasse. Rio Itiyuro.

Im oberen Rio Pilcomayo fischen die Chiriguanos mit von den Weißen erhaltenen Angelhaken, mit den Tauchnetzen der Chorotis ähnlichen, obschon kleineren Netzen und durch Schießen der Fische mit Pfeil und Bogen. Die zum Fischfang angewendeten Pfeile haben zwei oder mehrere Spitzen.

Im Rio Parapiti sah ich Chanés und Chiriguanos mit einem Netz von dem hier abgebildeten Typ ([Abb. 91]) fischen. Beim Fischschießen wenden die dortigen Chiriguanos Pfeile mit vielen feinen Spitzen an.

In diesen zuletzt genannten Flüssen fischen die Männer immer im tieferen Wasser mit Netz und mit Pfeil und Bogen, während die Frauen sich damit begnügen, kleine Fische in den Verdämmungen zu fangen, wenn der Fluß halbtrocken ist.