Eine Untersuchung der Fährte erklärte alles. Er hatte mich in demselben Augenblick gesehen, als ich ihn entdeckte, aber schlau, wie es eben nur ein Fuchs sein kann, hatte er gar nicht dergleichen getan, bis er im Gebüsch war. Dort war er um mich herumgelaufen und weidete sich nun an meiner Enttäuschung.

Im Frühjahr hatte ich einen weiteren Beweis von seiner Verschmitztheit. Mit einem Freund ging ich auf dem Wege über eine Schafweide spazieren und sah in einiger Entfernung verschiedene graubraune Steine. Als wir uns der Stelle näherten, meinte mein Freund:

»Stein Nummer drei sieht ganz aus, wie ein zusammengerollter Fuchs.«

Jedoch ich konnte nichts erkennen, und wir gingen weiter. Wir hatten nur einige Schritte zurückgelegt, als der Wind diesen Stein aufblies wie ein Fell.

Mein Freund wiederholte: »Ich bin sicher, es ist ein schlafender Fuchs.«

»Das wollen wir einmal gleich feststellen,« erwiderte ich und wendete mich zur Seite. Aber sobald ich einen Schritt vom Wege gemacht, sprang richtig der alte Schlauberger auf und rannte davon. Ein Präriefeuer hatte das Gras in der Mitte der Weide verbrannt und einen breiten, schwarzen Gürtel zurückgelassen; darauf lief er entlang, bis er an frisches Grün kam, duckte sich und verschwand. Die ganze Zeit hatte er uns beobachtet und würde sich nicht geregt haben, hätten wir uns auf dem Wege gehalten. Das Wunderbarste bei der Sache war nicht, daß er genau so aussah, wie einer der runden Feldsteine und wie das trockene Gras, sondern daß er es wußte und es sich zunutze machte.

Bald kam es zutage, daß es mein alter Bekannter, der Fuchs mit der weißen Narbe, und seine Gattin Vixen waren, die sich in unseren Wäldern heimisch niedergelassen hatten und unseren Hühnerhof als Verpflegungskammer betrachteten.

Am nächsten Morgen nahmen wir eine sorgfältige Untersuchung der Stelle unter den Fichten vor und fanden einen großen Erdhügel, den die Füchse innerhalb weniger Monate aufgeworfen hatten. Bei dieser Arbeit mußten sie ein Loch nötig gehabt haben, jedoch war nichts davon zu entdecken. Nun ist es allgemein bekannt, daß ein wirklich geriebener Fuchs, sobald er eine neue Höhle gräbt, die Erde aus dem ersten Loch herauswirft, aber dabei einen Tunnel nach irgendeinem entfernten Dickicht führt. Dann schließt er das erste wieder, da es zu leicht entdeckt werden könnte, und benutzt nur den verborgenen zweiten Eingang unter dem Buschwerk.

So fand ich denn auch auf der anderen Seite unter einer Baumwurzel den wirklichen Eingang und sichere Beweise, daß drinnen ein Volk junger Füchse hauste.

Über die Büsche auf der abfallenden Hügelseite erhob sich ein hohler Lindenbaum. Er lehnte etwas über und hatte ein großes Loch dicht am Erdboden ein kleineres etwas höher.