Beim flackernden Lichte konnte Hulda einen fremdartigen, wilden Glanz in seinen Augen erkennen, und seine schneeweiße Brust war mit frischem Blut besudelt. Der Hund hörte auf zu schnaufen und beobachtete das Mädchen. Dann, als er sah, daß sie sich nicht regte, legte er sich nieder, leckte seine Pfoten und seine Brust und knurrte einigemal leise, wie in der Erinnerung an ein jüngst vergangenes Abenteuer.
Hulda hatte genug gesehen, da war kein Zweifel mehr, Jo hatte recht, und der gefürchtete Fuchs von Monsaldale lag vor ihr. Sie erhob sich, sah Wully in die Augen und rief: »Wully! Wully! So ist’s doch wahr? Du entsetzlicher Wüterich!«
Ihre Stimme zitterte durch den stillen Raum, und Wully erstarrte, wie vom Blitz getroffen. Er warf einen verzweifelten Blick auf das geschlossene Fenster, seine Augen glitzerten, und seine Mähne sträubte sich, aber er kauerte sich unter dem festen Blick Huldas zusammen und kroch auf dem Boden auf sie zu, als ob er um Gnade betteln wollte. Langsam kam er näher und näher, wie um ihre Füße zu lecken. Als er aber dicht vor ihr war, sprang er mit der Wut eines Tigers, aber ohne einen Laut von sich zu geben, nach ihrem Halse.
Der Angriff kam dem Mädchen unerwartet, aber noch zur rechten Zeit hob sie ihren Arm empor, und Wullys lange, weiße Zähne bohrten sich in ihr Fleisch und knirschten auf den Knochen.
»Hilfe! Hilfe! Vater! Vater!« schrie sie.
Wully war eine leichte Last, und für einen Augenblick schleuderte sie ihn weg, aber seine Absicht war nicht mißzuverstehen. Der Kampf hatte begonnen, es galt sein Leben oder das ihre.
»Vater! Vater!« gellte es durch die Stille der Nacht, als die gelbe Furie, in der Absicht, Hulda zu morden, die Hände, die sie so oft gefüttert, zerbiß und zerfleischte.
Vergeblich suchte das Mädchen den Hund von sich abzuwehren, und eben wollte er sie am Hals packen, als Dorley noch im rechten Augenblick herbeigeeilt kam.
Gerade auf ihn los, lautlos wie zuvor, sprang Wully und biß und zerfleischte ihn, bis ein tödlicher Schlag mit der Axt ihn kampfunfähig machte. Ein zweiter Hieb schleuderte ihn mit zerschmettertem Schädel vor den Herd, wo er so lange geehrt und geachtet mit Dorley gehaust hatte – und Wully, der kluge, tapfere, treue und – verräterische Wully tat einen tiefen Atemzug, streckte sich und lag still für immer.