Unsere etwa zusammen 650 Werkzeugmaschinen werden sämtlich getrieben durch Elektromotoren von einem einzigen Drehstromdynamo, dessen Strom nicht etwa für Licht mit verbraucht wird. Dieser Drehstromdynamo gestattet unter Berücksichtigung der Spannung zu ermitteln, was für Stromverbrauch in jeder Stunde stattgefunden hat, und darüber hat Herr Klemm genau Register geführt von Stunde zu Stunde.
Dabei ist nun in Erwägung zu ziehen, daß die Arbeitsleistung, die diesem Stromverbrauch entspricht, sich aus 2 Teilen zusammensetzt; I. aus derjenigen Arbeit, die geleistet werden muß, wenn die sämtlichen Maschinen arbeitsbereit sind, aber nicht benutzt werden, wenn also alle Transmissionen, Riemscheiben und Motoren laufen, aber die Arbeiter die Maschinen noch nicht benutzen. Das ist der Zustand, wie er 1 oder 2 Minuten vor Beginn der Arbeitszeit besteht; dann läuft der ganze Betrieb, aber keine Maschine ist tätig. Das ist der sogenannte Leergang.
In dem Moment, in welchem die Arbeiter an ihre Maschinen treten, kommt der Kraftverbrauch hinzu, welchem die Arbeitsleistung der Maschine entspricht. Das ist der eigentliche Nutzeffekt.
Die Schaltbrettablesungen ergeben zunächt nur den Bruttoverbrauch an Strom und zeigten, daß derselbe in den letzten 4 Wochen vor der Änderung im Durchschnitt 49,2 Kilowattstunden gewesen ist; durch eine besondere Feststellung ist ermittelt worden, daß um diese Zeit der Leergang der Maschinen 26 Kilowattstunden, etwas über die Hälfte jener Ziffer, beansprucht hat.
Man weiß also, daß der Nutzeffekt bei Benutzung sämtlicher Maschinen im Durchschnitt 23,2 Kilowattstunden, in dem gewöhnlichen Arbeitsmaß, gewesen ist. Demgegenüber sind nun die Angaben gestellt, die sich auf die nachfolgenden 4 Wochen beziehen, mit Ausscheidung der Osterwoche und des 1. Mai, und die zeigen, daß dieser durchschnittliche Stromverbrauch, pro Stunde gerechnet, von 49,2 auf 52 Kilowatt gestiegen ist. Wenn man nachrechnet, was dabei der Stromverbrauch des Tages gewesen ist, so kommen bei 9 Stunden für den Tag 443, bei 8 Stunden 416 Kilowatt heraus; durch die Verkürzung der Arbeitszeit ist demnach eine Arbeitsleistung von 27 Kilowattstunden pro Tag gespart worden.
Wenn man diese Ziffern sieht, so sieht man sofort, daß etwas besonderes vorliegt, denn die Arbeitsdauer ist ja im Verhältnis von 9:8 reduziert worden. Es hätte daher eine ganze Stunde, also 49 Kilowattstunden erspart werden müssen, da wir doch die Maschinen eine ganze Stunde weniger gebraucht haben. Es sind aber nur 27 erspart worden. Wo ist dann das andere geblieben?
Der Umstand, daß die Ziffer 27 fast genau dem Stromverbrauch für Leergang entspricht, hat sofort auf den richtigen Weg geleitet: es ist erspart worden die Arbeitsleistung, die unsere Maschinen nötig haben, wenn man sie 1 Stunde leer laufen läßt, es ist aber nicht erspart worden die Arbeitsleistung einer Stunde, wenn sie arbeiten. Daraus folgt, daß also in den 8 Stunden, die sie in der zweiten Periode gelaufen sind, die Arbeitsleistung ungefähr dieselbe gewesen sein muß, wie in der vorangegangenen 9 Stunden-Periode.
Nun zeigt die Tabelle etwas näher auch für die auf die Änderung folgenden 4 Wochen das Mittel jeder Woche, und es ist ausgerechnet, wieviel nach Abzug des Leergangs Arbeit auf den Nutzeffekt kommt. Die letzte Zahl gibt dann das Verhältnis des Nutzeffektes zum Durchschnitt der vorangehenden 4 Wochen.
Die Steigerung zeigt im Durchschnitt das Verhältnis 100:112 — sonach das Verhältnis, welches der Verkürzung der Arbeitszeit entspricht. Daraus kann man ersehen, es hat eine intensivere Benutzung der Maschinen in bezug auf die ihnen entnommene Arbeitsleistung stattgefunden, ungefähr in dem Sinne einer vollständigen Ausgleichung der Verkürzung der Arbeitszeit.
Wie das zustande gekommen ist, das ist leicht zu erklären. Unsere Maschinen sind zum größten Teil nicht automatische, sondern Maschinen, deren sich der Arbeiter bedient wie der Werkzeuge. Der Arbeiter hat an der Hand, sie intensiver zu benutzen, zunächst einmal dadurch, daß er die Pausen verkürzt, die zwischen den einzelnen Benutzungsakten liegen, daß er sich etwas mehr anstrengt, z. B. beim Fräsen kräftigere Späne nimmt usw.; er kann weiter auch beim Schleifen oder Polieren kräftigeren Druck üben, immer unter der Bedingung, daß er sehr viel aufmerksamer arbeiten muß. So erklärt es sich, wie es möglich ist, bei einem großen Teile unserer Maschinen die von ihnen zu leistende Arbeit in weiten Grenzen zu steigern.