Der Gelbe tut, als merke er nicht, daß es dem Erforscher der Diphthonglaute heute an Selbstachtung fehlt, und daß er Mitleid betteln geht.

„Denken Sie, prächtig habe ich geschlafen,“ fährt er ganz unvermittelt los. „Wissen Sie, ich fühle mich jetzt so kräftig, daß ich Sie ins Meer werfen und wieder herausholen könnte. Was? Ich wachte auf wie eine Sprungfeder. Augen auf und raus. Und Leben vom Scheitel bis zur Sohle. Ich nahm den Eichenschrank an der Kapitänstüre und setzte ihn mit einem Ruck auf die andere Seite. Und dabei war ich doch gestern abend verdrießlich wie ein Kakadu. Ich hatte mich wohl über etwas geärgert. Aber als ich einschlief, merkte ich schon, daß heute alles besser sein würde. Ich fuhr nämlich, ehe ich einschlief, eine Zeitlang mit der Chaiselongue in der Eßkajüte herum.“

„Na, na, Sie,“ sagt der Diphthongforscher dazwischen und lächelt ein wenig vorwurfsvoll.

„Ach, Sie sind besorgt, daß die Beine dabei abbrechen könnten. Nein, das ist nicht der Fall. Wissen Sie, ich fuhr ja gar nicht.“ Und jetzt dämpft er seine Stimme ein wenig, sieht dem Doktor scharf in die Augen, als wolle er da etwas herbeiholen und sagt mit immer leiser werdender Stimme: „Nein, ich hatte ja nur so ein Gefühl. Wissen Sie, ein Gefühl, als führe ich mit der Chaiselongue ganz langsam — es gab nur einen ganz unmerklichen Ruck, wie es anfing — ganz langsam zuerst und dann immer schneller und schneller im Zimmer herum, über die Treppe aufs Deck hinauf, hier vorbei, zurück, die Treppe wieder hinunter, quer durchs Zimmer und plötzlich durch das letzte Kajütenfenster hinaus . . . gerade aufs Meer . . .“

„Und dann . . .?“

„Und dann . . .?“

„Ach so, ja. Aber sagen Sie nur: Wie konnten Sie denn mit der Chaiselongue durch das Kajütenfenster, das ist doch viel zu eng?“

Auf diese Weise macht er sich beständig über die Herren, lustig, und ich stehe dabei und ersticke fast an meinem Gelächter. Den Geheimagenten fragt er immer wieder, ob noch keine Nachricht von der Gioconda da ist, und den deutschen Doktor Berger hat er schon dreimal die Geschichte von seinem Besuch beim Ohrenarzt und seinem äußerst feinen Gehör erzählen lassen.

„Hörten Sie nicht eben einen Schuß, Herr Doktor?“

„Einen Schuß?“