„Ja, einen Schuß. Ganz scharf und in der Ferne, aber doch sehr deutlich hörbar. Schon wieder! Hörten Sie diesmal?“ Nein, er habe nicht gehört, sagt Herr Doktor Berger, neigt den Kopf ein wenig seitwärts und lauscht angestrengt.
„Ich habe heute wieder meinen Tag, an dem ich schlecht höre.“
„So, Sie hören schlecht?“
„Nein, eigentlich nicht. Ich höre sogar sehr gut. Erzählte ich Ihnen nicht schon, was mir der Ohrenarzt sagte . . .“
Nein, er habe nichts erzählt.
„Das ist nämlich sehr interessant; ich ließ mich einmal von dem bekannten, Sie wissen, dem bekannten Professor Hegenbarth in London, einer unserer ersten Ohrenärzte überhaupt, — er hat seinerzeit auch die Prinzessin Klotilde von Anhalt-Bernburg behandelt, die später den Leutnant Bohlen von den 13. Husaren in Mainz heiratete . . .“
Und nun erzählt er weitschweifig und umständlich mit allen Einzelheiten von seinem Besuch bei dem berühmten Ohrenarzt, der ihm gesagt haben soll, daß sein Gehör durchaus normal, ja mehr als das, sogar äußerst scharf und schärfer sei, als ihm je eines in seiner Praxis vorgekommen sei.
„Hörten Sie den Schuß?“ schreit ihm der Gelbe plötzlich ganz laut ins Ohr.
„Einen Schuß?“
„Ja.“