Der Mond war spät aufgegangen und übergoß das grünliche Meer mit einem seltsam fahlen, frühen Licht.

Das Schiff lag ganz still und man hörte nur die tiefen Atemzüge der Schlafenden.

Er lehnte das Bild gegen den Reling und mit heftigen Griffen riß er das graue Papier ab.

Das Licht des Mondes bestrahlte voll das Antlitz der Gioconda.

Er umwand das Bild mit einem der am Boden liegenden Taue, beschwerte es mit einem Eisengewicht, hob es über die Reling empor und ließ es hinab.

Die Wasser kamen und nahmen es auf.

Er beugte sich weit über das Geländer, hielt das Tau fest und sah dem versinkenden Bilde nach . . .

Da — im letzten Augenblicke — geschah etwas höchst Wunderbares und Rätselhaftes.

Das Bild wandte sich eben noch einmal empor und durch das blaugrüne Wasser sah man deutlich das lächelnde Antlitz. Plötzlich war es, als begännen die Konturen des Bildes leise zu zittern, als zuckte es lebendig um diese lächelnden Lippen und jetzt erhoben sich diese schrecklichen Hände und streckten sich empor, empor, uns zu berühren.

Mit einem Ruck warf er das Tau hinaus. Im selben Augenblick aber sprang aus seiner Brusttasche ein langer rötlicher Dolch, klirrte auf, zischte wie ein Pfeil ins Wasser und heftete wie ein Kreuzesnagel die sich erhebenden Hände auf der Tafel wieder fest . . .