»O, dann ist die Pflegerin überflüssig,« sagte die Gräfin mit herzentquellender Wärme. »Es versteht sich von selbst, daß ich dies Amt übernehme …«
»Wenn Sie glauben, daß Ihre Kraft ausreicht …«
»Sie wird und sie muß ausreichen! Bitte, sagen Sie nur, was alles zu thun ist! So kann ich doch einen Teil meiner Schuld an den Retter meines geliebten Kindes abtragen!«
»Ich habe den Diener, der ja ein ganz verständiger Mensch ist, gut instruiert, – zum Ueberfluß ihm auch die wichtigsten Punkte aufgeschrieben …«
»Ich danke Ihnen. Karl ist in der That ein sehr anstelliger Kopf, der mich im Notfall schon ablösen wird. Und Frida, mein Kammermädchen! Sie sehen, wir haben hier Personal genug …«
»Und Miß Harriet!« rief die kleine Josefa.
Die Gräfin lächelte.
»Auf die zählen wir nicht!«
»Vielleicht mit Unrecht,« meinte der Arzt.
»Nein, nein! Ich kenne sie besser. Nicht, daß meine vortreffliche Harriet kein Mitgefühl hätte. Aber der Takt, der unerbittliche Takt … Sie verstehen mich!«