Da fuhr sie empor. Mit beiden Händen tastend und abwehrend wie eine Blinde, stand sie neben der Bank und rief aus angstgepreßtem Herzen fast überlaut: »Josefa! Josefa!«
»Gleich, Mama!« tönte es glockenhell von der Böschung herauf.
Ehe noch Somsdorff begriff, wie ihm geschah, knirschte der nadelbesäte Abhang, und die Kleine, hochrot vor Eifer, in jeder Hand einen mächtigen Erdbeerstrauß, erklomm jubelnd den Rundplatz.
»Das hab' ich für dich gepflückt, süße Mama, und das für Sie!«
Leo von Somsdorff nahm die höchst unerwartete Gabe dem Kind aus der Hand, stammelte ein beklommenes »Danke« und sah nicht sonderlich geistreich aus, wie er nun mit erkünstelter Aufmerksamkeit die reifen und halbreifen Beeren betrachtete, die sich vereinzelt von dem zusammengerafften Grün abhoben.
Auch Gräfin Adele dankte, und zwar so herzlich, so übertrieben, daß Josefa erstaunt zu ihr aufschaute.
»Aber Mama, das thu' ich doch gern!«
Adele nahm das Kind auf den Schoß und legte sein Köpfchen wie zur Beschwichtigung auf ihr pochendes Herz.
»Darf ich nun wieder fort, Mama?« fragte Josefa nach einer Pause.
»Nein, bleib! Du bist furchtbar erhitzt! Du darfst nicht gar zu sehr tollen!«