So kam der Mittag heran. Sichtlich zerstreut schenkte der Graf weder dem duftigen Pomard, der so tief purpurrot in den schweren, altertümlichen Gläsern blinkte, noch den Schwänken des Herrn Majors die gebührende Aufmerksamkeit, ließ den Champagner verperlen, wie ein Kranker sein künstliches Selterswasser, und hatte nicht einmal Sinn mehr für die bewegliche Heiterkeit Gertruds, die sich mit aller Kraft ihres sprühenden Konversationstalents abmühte, das allgemach zögernde Tischgespräch leidlich im Gang zu erhalten.

Beim Dessert legte der Graf plötzlich das Messer weg und sagte, den Blick wie entgeistert auf die halb schon geschälte Birne richtend:

»Aber die Illustrationen! Illustrationen sind unumgänglich! Was meinen Sie, Somsdorff?«

»Illustrationen?«

»Nun ja doch! Erläuternde Illustrationen zu meiner Studie!«

»Ah so! Allerdings …«

»Nicht wahr? Ich muß mir sofort Gewißheit darüber verschaffen, ob die ›Minerva‹ auch Illustrationen bringt! Ich habe das Blatt nie in den Händen gehabt. Sie entschuldigen, meine Herrschaften … Karl! Hören Sie nicht? Schnell Tinte und Feder!«

Er schrieb ein dringendes Telegramm – Antwort bezahlt – an Beaulieu-Sarcenet:

»Bringt die ›Minerva‹ auch Illustrationen? Welchen Zeichner empfehlen Sie?«

Hiernach ließ er den Reitknecht rufen und behändigte ihm den Zettel mit dem Befehl, unverzüglich ins Dorf zu laufen und die Depesche dort gegen Empfangsbestätigung aufzugeben.