Und nun das ewige Lachen und Plappern des Kindes, das die Schweigsamkeit der Erwachsenen mit geradezu ungebührlicher Konsequenz ausnützte!

Es war natürlich nur Einbildung, wenn Somsdorff sich vorsprach, der allgegenwärtige kleine Teufel sehe ihn manchmal so spöttisch, so gemein triumphierend an … Dennoch, trotz aller Vernunftgründe, ward der erregte Mann diesen Eindruck nicht los.

»Josefa durchschaut dich,« klang es in seinem Herzen. »Sie kennt deine Qual! Sie ergötzt sich an deiner verzweifelten Ohnmacht! Ihr Lachen ist niederträchtiger Hohn!«

Gräfin Adele nickte ihm zu.

»Warum so ernst, lieber Freund?« frug sie mit schlichter Herzlichkeit.

Er zuckte ein wenig die Achseln.

»Man hat seine Stimmungen,« sagte er lächelnd. »Ich bin jetzt neuerdings auf dem Standpunkt angelangt, daß ich im Lenz schon den Herbst wittere, und wo sich das Leben entfaltet, Zerstörung und Tod. Dieser azurblaue Sommertag schnürt mir die Brust zusammen. Dort in der Tiefe zwischen den Fichtenstämmen erblick' ich Gespenster …«

»Das sind einfach die Nachwehen Ihrer Leidenszeit,« sagte die Gräfin, ohne den Doppelsinn ihrer Worte zu merken. »Sie dürfen sich nicht so nachgeben.«

Fragend heftete er den Blick auf ihr Angesicht, das so gütig erschien und so mild, wie das einer Mutter, die ihren Sohn tröstet.