Somsdorff nagte die Lippen.
Er sann und sann, wie er am schnellsten und klügsten der ihm auferlegten peinlich-delikaten Mission sich entledigen könne.
Der Zufall überhob ihn aller gefürchteten Schwierigkeit.
Als er den großen Salon betrat, kam Fräulein Mettenius mit starken Anzeichen der Verlegenheit auf ihn zu.
»Was hat der Doktor gesagt?« hub sie in lebhafter Unruhe an. »Steht es schlimm? Glauben Sie, daß ich entbehrlich bin? Mein Bräutigam schreibt mir nämlich, daß er zurück ist; daß er mich spätestens morgen erwartet … Natürlich, wenn ich der armen Adele irgend wie nützen kann …«
»Ich glaube,« versetzte Somsdorff, »Sie können der Pflicht gegen Ihren Verlobten Genüge leisten. Miß Harriet ist eine tüchtige Pflegerin; auch das Dienstpersonal hängt mit ungewöhnlicher Innigkeit an der Gräfin und wird seine Schuldigkeit thun.«
»Wenn Sie meinen …?«
»Ja, ich meine das.«
»Gut! Auf Ihre Verantwortung! Es ist jetzt gerade halb sieben. Wenn ich um neun hier abfahre, erreiche ich in Hoyersbrück noch den Kurierzug. Es ist ja eigentlich schrecklich, daß ich so Knall und Fall wegreise und nicht einmal die Beerdigung abwarte … aber nicht wahr, Sie sehen doch ein …«
»Vollkommen.«