»Herr Professor, so wahr ich hoffe, dereinstens selig zu werden …«
»Das kann jeder sagen.«
»Das finde ich auch«, meinte Boxer. »Wie die Dinge liegen, kann nur Herr Quaddler die Tat verübt haben.«
»Da hören Sie's«, eiferte Brömmel.
»Aber ich will augenblicklich des Todes sterben …«
»Schweigen Sie! Nur von außen kann der Schlüssel herumgedreht worden sein, und Sie allein sind draußen gewesen. Ihr hartnäckiges Leugnen ist geradezu abgeschmackt. Ich werde dem Herrn Direktor nunmehr sofortige Anzeige machen.«
Wilhelm Rumpf, der diese Verhandlungen aus einer Ecke des Korridors mit anhörte, verspürte bei den strengen Worten des Professors etwas wie Mitleid. So trat er denn plötzlich ins Schulzimmer und rief atemlos:
»Ach, Herr Doktor, ich bin rein außer mir! Wie ich vorhin das Zimmer verließ, war ich so in Gedanken, daß mir ein Unglück passierte. Ich glaubte, ich wäre daheim. Denn wissen Sie, Herr Professor, Sie sprechen gerade so, wie mein Hauswirt … Ich weiß selbst nicht, wie es gekommen ist … In der Zerstreutheit zog ich den Schlüssel ab …«
»Knebel, schreiben Sie mal ins Tagebuch: ›Rumpf wegen groben Unfugs mit einem Tage Karzer bestraft‹. Wenn Sie wieder ein Märchen aushecken, so lügen Sie weniger ungeschickt!«
»Ein Märchen?« rief Wilhelm im höchsten Pathos. »Ich rede die Wahrheit! Wer sich schuldig fühlt, der bleibt im Verborgenen! Ich aber trete kühn vor Sie hin, um den Quaddler vom Verdacht zu befreien …«