»Ach ja, Herr Rumpf,« murmelte Quaddler gerührt, »das ist wirklich recht schön von Ihnen! Ich hab's ja immer gesagt, der Rumpf ist gar so kein übler Schüler nicht.«
»Es bleibt dabei«, sagte Brömmel, den Hut aufsetzend. »Wenn Sie wirklich so über alle Begriffe zerstreut sind, wie Sie behaupten, so geben Sie künftighin besser acht! Ich kann die Zerstreutheit nicht leiden! Und Sie, Quaddler, werden von jetzt ab den Schlüssel inwendig stecken lassen. Wenn uns dann jemand einschließt, können wir wenigstens öffnen, ohne den Schlosser zu rufen. Adieu!«
»Seien Sie ruhig, Herr Rumpf,« flüsterte Quaddler beschwichtigend, »ich will Ihnen die zwölf Kreuzer Pedellengebühren für den Tag Karzer nicht anrechnen!«
Eindrücke aus dem Karzer.
Noch in Tertia hatte das Wort Karzer für unsere Ohren etwas Dämonisch-Furchtbares. Wir glaubten synonyme Anklänge an »Schafott« oder »Bagno« herauszuhören. Die wenigsten von uns hatten die geheimnisvollen Räume, die der Pedell Quaddler mit seinen riesigen Schlüsseln verwahrte, auch nur zu Gesicht bekommen, denn die Karzerstrafen gehörten in Tertia zu den größten Seltenheiten. Man züchtigte unsere kleinen Vergehen einfach durch sogenanntes Nachsitzen, d. h. man sperrte uns nach Schluß der Unterrichtsstunden in ein Schulzimmer. Diese Methode ward bei leichteren Vergehen auch in Sekunda noch angewendet. Nur Prima besaß das Privilegium der ausschließlichen Karzerverbüßung; daher denn in Sekunda diejenigen Schüler, welche »hinauf« unter die Botmäßigkeit des Pedells wandelten, mitleidig auf die bloßen Nachsitzer herablächelten.