»Ach, Herr Quaddler, ach, um Himmels willen, was ist mir so schlecht! Machen Sie schnell auf! Ich muß mich fürchterlich übergeben! Schnell, schnell! Ach du lieber Gott, ist mir schlecht!«

»Herr Knebel,« begann Quaddler mit einer Stimme, aus der man sein olympisches Stirnrunzeln hervorlas, »ich sage Ihnen, ohne Scherz, wenn Sie mir so kommen, so werden Sie sich ergebenst täuschen.«

Knebel stieß einige ganz entsetzliche Würgtöne aus und bat dann von neuem in kläglichster Melodie um Öffnung der Zelle.

Wütend stieß Quaddler die Tür auf.

»Gott sei Dank! Das war gerade zur rechten Zeit. Ach, Herr Quaddler, was ist mir so schlecht! Lassen Sie mich nur ein Viertelstündchen hinaus.«

»Das geht nicht«, versetzte der Pedell, durch die Naturwahrheit, mit welcher Knebel seine merkwürdige Rolle spielte, stutzig gemacht.

»So holen Sie mir rasch etwas frisches Wasser«, stöhnte der Heuchler, von neuem glucksend und gröhlend. »Ach, wenn das meine Mutter wüßte! Ach Gott, wie ist mir so schlecht!«

»Gut, das Wasser sollen Sie haben. Aber das sag' ich Ihnen, treiben Sie mir nicht die Sache zu weit, und ulken Sie mich nicht alle Augenblicke herauf. Ich bin nicht zu Ihrer Bedienung da, das müssen Sie sich nicht einbilden.«

Mit diesen Worten entfernte er sich. Die Zelle Knebels hatte er offen gelassen; der Verschluß des Korridors genügte ja! Knebel aber hatte nichts Eiligeres zu tun, als mir und unserem Kameraden Scholz das Verließ zu öffnen und so auf der geweihten Domäne Quaddlers eine Dreimännerversammlung höchst revolutionärer Art ins Leben zu rufen. Unsere Verabredungen waren in Kürze getroffen. Scholz versteckte sich hinter einem der Schränke, nachdem wir vorher seine Zelle sorgfältig verschlossen hatten. Ich selbst begab mich in mein Gefängnis zurück und wartete, bis Knebel seine Übelkeitsangelegenheiten geordnet hatte. Dann, um der Möglichkeit einer Visitation bei Scholz vorzubeugen, klopfte ich und bat mir ebenfalls ein Glas frisches Wasser aus, wobei ich durch allerlei gekünstelte Phrasen die Ungeduld Quaddlers so sehr steigerte, daß er schwur, er werde nicht mehr heraufkommen, und wenn wir die Klingel abrissen.