»Ich habe diesen Auftrag,« fuhr der Gouverneur fort, »von Ihrem erhabenen Bruder, dem Kaiser der Franzosen. Ich verließ Seine Majestät in einem Zustande der Erregtheit und des Zornes, den ich nicht zu schildern vermag …«

»Aber ich bitte, mein Herr,« rief Fürstenberg, indem er die Arme vor der Brust kreuzte, »dies ist weder die Zeit noch der Ort, solche Aufträge auszurichten.«

»Ich bedaure,« entgegnete der Angeredete kalt, »daß ich so unglücklich bin, Ihre geselligen Freuden zu unterbrechen, allein ich handle nach dem ausdrücklichen Befehl meines hohen Gebieters.«

Der König war so vollständig außer Fassung gerathen, daß er vergaß dem Gouverneur einen Stuhl, geschweige denn ein Glas Wein anzubieten. Statt dessen hatte er selbst den Becher ergriffen und einen kräftigen Schluck der Verzweiflung gewagt.

Winzingerode schleuderte dem fremden Eindringling finstere Blicke zu.

Die kleine Heberti betrachtete bald den Gouverneur, bald ihren königlichen Gönner. Ein spöttisches Lächeln zuckte um ihre rosigen Lippen.

»Sire,« fuhr der Gesandte fort, »ich hoffe, Sie werden den Botschafter nicht die Unannehmlichkeiten der Botschaft entgelten lassen … und mir verzeihen, wenn ich Ihnen hier, laut den gestrengen Instructionen, die ich empfangen habe, folgenden eigenhändig geschriebenen Cabinetsbefehl des Kaisers vorlese …«

»O, durchaus nicht,« stammelte Jérôme in höchster Seelenangst; »das heißt … Sie wissen … Könnten wir nicht dort in das Zimmer treten?«

»Ich bedaure, Sire … Die Anordnungen Seiner Majestät sind sehr formell. Sie müssen schon gestatten, daß diese Herrschaften unfreiwillige Zeugen einer Scene sind, die mir ebenso fatal ist, als Ihnen selbst, Sire.«

Der König senkte das Haupt, wie Einer, der entschlossen ist, alles ohne Widerstand über sich ergehen zu lassen.