»Es fehlt mir nie an Courage,« versetzte Jules Pierrot nachdrücklich.

»Das weiß der Himmel und Clatou!« rief Goguenard.

»Nun,« fuhr Pierrot fort, »ich gesteh' also meine Neigung … Da hättet ihr den Wütherich sehn sollen! – ›Was?‹ ruft er … ›Sie lieben meine Nichte? Ei, so machen Sie doch so schnell als möglich, daß Sie die Treppe hinunter kommen, sonst lass' ich Sie vor die Thüre werfen, daß Ihnen alle Knochen im Leibe knacken!‹«

»Im Leibe knacken!« wiederholte Goguenard. »Das ist eine Injurie, wie sie im Buche steht. Sie müssen den Bürgermeister belangen. Unter vier Wochen darf er nicht wegkommen.«

»Eine Injurie!« versetzte Pierrot eifrig. »Das hab' ich auch gesagt. ›Herr Maire,‹ sagte ich, ›Sie reden da in einem Tone …‹ – ›Was?‹ schreit er, ›ich rede in einem Tone …? Marion, du hast's gehört, der Spitzbube sagt, ich rede in einem Tone!‹ – ›Aber Herr Maire!‹ rufe ich, ›Ihre Nichte erwiedert meine Liebe.‹ – Umsonst! – ›Hinaus!‹ donnert er in höchster Entrüstung. ›Entweihen Sie nicht dieses Haus durch Ihre unsaubere Gegenwart! Nie werde ich meine Marion an einen Gressineter wegwerfen; lieber stecke ich sie in's Kloster! Hinaus, wiederhole ich, oder ich lasse Sie arretiren!‹«

»So eine Unverschämtheit!« bemerkte Goguenard heftig.

»Hat der Mensch denn kein Herz im Leibe?« seufzte Croquepeu. »Einen Liebenden so vor der Geliebten zu verunglimpfen!«

»Das ist jetzt schon das dritte Mal!« sagte Jules, indem er die Faust ballte. »Erst die Steinwurf-Affaire, dann der Schlossergeselle, und jetzt der Bürgermeister in eigenster Person! Aber warte, verdammtes Nest! Rache!«

»Und was geschah weiter?« fragte Goguenard.