Clatou athmet auf. Der Kampf ist vorübergebraust. Aber, o Entsetzen! Welcher Anblick bietet sich der erschütterten Bürgerschaft, als sie sich endlich aus den Kellern und Verließen hervorwagt! Clatou brennt! In der Mairie, im Spritzenhause und an drei anderen Stellen haben die feindlichen Granaten gezündet. Sprachlos begaffen die Patrioten das drohende und immer weiter um sich greifende Unheil. Keiner rührt sich, keiner legt Hand an, um der Flammen Herr zu werden …
»Bürger!« ruft endlich Herr Clamard, der sich in der Mitte des Marktplatzes auf einen Stuhl gestellt hat, – »Bürger! Ihr habt soeben einer dräuenden Gefahr mit einem Muthe, den die Geschichte anerkennen wird, ins Auge geschaut! Auf! Laßt uns auch angesichts dieser noch schwereren Heimsuchung nicht verzagen! An die Spritzen!«
»Das Spritzenhaus brennt,« erwidern die Bürger in zitternder Herzensangst.
»An die Spritzen, sage ich, im Namen des Gesetzes!«
Einige der Beherztesten eilen nach dem Spritzenhause. Wehklagend kehren sie zurück.
»Die Spritzen liegen beide in Trümmern!« rufen sie schon von Weitem. »Die Granaten haben alles kurz und klein geschlagen. Wir sind verloren.«
»Man läute Sturm!« ruft Herr Clamard im Tone der höchsten Verzweiflung … »Gott wird uns nicht verlassen, Patrioten!«
»Wenn er nur löschen wollte! Nur Einen ordentlichen Wolkenbruch! Aber bei dieser Kälte kann selbst der liebe Gott nicht regnen lassen. O heilige Jungfrau, – wie sind wir geschlagen!«
Da rasselt etwas über das Straßenpflaster. Alles blickt auf. Ein Hurrah schallt den Angstbeklommenen entgegen. »Es lebe Frankreich!« tönt es von zwanzig vaterländisch gesinnten Lippen.
… Hatte Jules Pierrot nicht einst zu Croquepeu gesagt: »Den Preußen gegenüber sind wir alle Franzosen, alle Söhne einer großen, gemeinsamen Mutter!« –?