»Sie sind der größte Esel, der mir jemals in meiner Praxis aufgestoßen.«

»Aber, Herr Justizrath …«

»Setzen Sie sich! Ich habe keine Lust, mit Ihnen zu discutiren.«

Schmollend faßt er auf seinem Stuhle Posto. Noch einmal muß das Schnupftuch für die Unbilden der Witterung büßen. Hierauf durchsucht er sämmtliche Taschen der Weste, des Rocks und der Beinkleider. In der letzten findet er den Schlüssel zur Schublade seines Schreibtisches.

Er betrachtet das eiserne Instrument von allen Seiten. Dann bläst er einige Sonnenstäubchen aus dem Loch über dem Kamme und veranlaßt dadurch einen gellen Pfiff.

»Was fällt Ihnen bei, Trendler? Wiederholt sich denn bei Ihnen jeden Tag dasselbe Possenspiel?«

»Um Vergebung, Herr Justizrath, aber diesmal thun Sie mir Unrecht. Wenn sich nämlich das Loch am Kamme verstopft, so geht mehrstentheils das Schloß nicht.«

Langsam öffnet er die Schublade und nimmt zwei tintenbeklexte Schreibärmel, zehn Gänsekiele und ein doppelklingiges Federmesser heraus. Sämmtliche Gegenstände breitet er sorgfältig vor sich hin. Er befolgt dabei die Regeln der Symmetrie und des goldnen Schnitts.

Plötzlich springt er vom Sitz empor und eilt nach der Thüre.