Die eines Menschen glücklich Antlitz trägt!
Rudolph.
Bebst Du vor des Gedankens Riesenhülle,
Und zweifelst Du, daß er zur Wahrheit würde? —
Du kennst mich schlecht, wenn Du Dir träumst, ich könnte
Ein halber Teufel sein!
Es näherte sich die Zeit, in welcher Lips Tullian wieder in die Welt und auf die ersehnte Bühne neuer Verbrechen treten wollte. Schon lange waren die Landstraßen von Streifzügen und lauernden Dienern der Gerechtigkeit leer, dagegen wurden sie täglich belebter von Oelhändlern, vacirenden Jägern, Thierärzten, Kesselflickern, Scheerenschleifern, hausirenden Krämern, abgedankten Soldaten, Korbflechtern und verschiedenen wackern Leuten, die einer hochlöblichen Polizei so weit als möglich aus dem Wege gingen.
Sarberg, Hentzschel und Eckold waren es, die seit zwei Wochen sich an die Gränzen des Landes vertheilt, dort und da noch einen alten Kameraden aufgefunden und diesen mit der Nachricht von Lips Tullians Anwesenheit und seinen künftigen Unternehmungen wieder versendet hatten, um frühere Cameraden aufzusuchen, neue zu werben, und so schnell als möglich einzeln und verkleidet in der Waldschlucht um Tullians hochgefeierte Fahne sich zu sammeln.
Mit Mariane und sechs Genossen hatte Lips Tullian die Waldschlucht betreten; an der Spitze von mehr als 200 Gefährten trat er aus des Waldes Dunkel zu neuen Schandthaten hervor.
Die Bande hieß wieder die schwarze Garde und wurde wieder in gleichen Abtheilungen den Befehlen Eckolds, Sarbergs, Hentzschels, Lehmanns, Schönecks und Schickels untergeordnet. Lips Tullian umgab sich nur mit einigen; aber diese waren Leute, die ihre Verwegenheit, im Vereine mit der feinsten Schlauheit bei jeder Gelegenheit, und ihre Treue, ihr Stillschweigen, ihre Standhaftigkeit unter den gräßlichsten Martern der Folter schon oft und auf das zuverlässigste beurkundet hatten.