Fest entschlossen, das Schloß des Pförtchens zu erbrechen, bückte er sich eben nach einem Steine um es damit zu zertrümmern, als das Pförtchen von außen aufgeschlossen wurde, und durch selbes eine Weibsperson mit gefüllten Wassergefäßen eintrat. So unbefangen und langsam, als habe er ein Recht zum Gange durch dieses Pförtchen, ging Philipp an der Wasserträgerin vorüber, grüßte sie freundlich und schlug das Thürchen in das Schloß. Nun eilte er im raschen Laufe dem nächsten Thore zu, erreichte glücklich die Barriere und sagte seiner Vaterstadt und seinen vortrefflichen Großeltern für immer Valet.

XXXXVII.
Josephine.

Liebe kann trösten, helfen, retten,

Liebe zersprengt die stärksten Ketten,

Stürzt die höchsten Mauern um.

Kotzebue.

Der Abend war hereingebrochen, und eine Postchaise mit einem Reisenden rasselte an Philipp vorüber. Im Augenblicke hatte er sich auf das leere Packbrett geschwungen. Von seinem Sitze aus hörte er mit geheimer Freude, wie der Reisende den Postillon durch das Versprechen eines sehr guten Trinkgeldes zur schnellen Fahrt ermunterte, mit der Aeußerung, daß höchst dringende Geschäfte ihn bis zur Ankunft in Nancy nicht den kürzesten Aufenthalt gestatteten.

Vor der nächsten Poststation sprang Philipp vom Packbrette, eilte während des Umspannens voran, schwang sich dann wieder auf seinen Sitz, und trieb es so bis vor die Thore von Nancy.

Unbemerkt schlich er, während der Reisende am Thore in Frage genommen wurde, an der Wache vorüber, und spähete nun begierig nach dem Aushängeschilde eines nahen Gasthofes, denn er hatte die wohlfeile Fahrt auf Kosten seines Magens gemacht und war von seinem steinharten Sitze so durchgerüttelt, daß er nur mit Mühe sich fortschleppte.