[1] Aus Versehen des Druckers sind in einigen Exemplaren im 9. Hefte mehrere Seiten verwechselt worden und folgt dort auf pag. 279: Die Seite mit XXXII. Neue Unthaten der schwarzen Garde, dann geht es wieder von 281 in der Reihenfolge fort bis pag. 283, wo dann die Seite mit XXXIII. Jockels Tod folgt.
I.
Der Entschluß, Räuber zu werden.
— Ich bin auch aus dem Himmel,
Und bin ein verstoßnes Kind.
H. Laube.
In einem Wirthshause an der schlesisch-polnischen Grenze saß zechend und lärmend eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft. Sie erzählten sich von den Thaten des gefürchteten, damals die ganze Grenze mit Furcht und Schrecken erfüllenden unter dem Namen: „der schwarze Wenzel“ bekannten Räuberhauptmanns und seiner Genossen.
„Das Merkwürdigste aber ist bei diesen verfluchten Räubern,“ meinte einer von den Bauern, „daß sie sich unsichtbar machen können; denn wenn sie verfolgt werden, wenn die Soldaten ihnen auf der Spur sind, und sie bis in die Wälder treiben, da haben jene schon oft geglaubt: jetzt können uns diese Schufte nicht mehr entgehen, sie sind in unsrer Gewalt und wir liefern sie nun gebunden und in Ketten in die Gefängnisse ein — aber diese Hoffnung hat die Soldaten noch immer getäuscht, denn plötzlich, gleichsam vor ihren Augen, waren die Kerle verschwunden und die Soldaten hatten das leere Nachsehen und konnten dann sogar jedesmal zu ihrem größten Aerger nicht einmal eine Spur mehr von ihnen auffinden! —“
„Da habt Ihr ganz recht, Nachbar,“ meinte ein Anderer, „das macht die schwarze Kunst, die Räuber haben jeder einen Diebsfinger, mit dessen Hilfe sie sich unsichtbar machen können!“